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Inflammaging: Wie stille Entzündungen im Körper das Altern beschleunigen und wie du hier vorbeugen kannst

Ein zusammengesetztes Bild, das eine in zwei Hälften geteilte Frau zeigt und den Alterungsprozess veranschaulicht, wobei eine Seite jung und die andere alt ist.
Mag. Margit Weichselbraun

19.10.2026 • 5 Min Lesezeit

Früher warst du voller Energie, jetzt müde und gereizt? Zugegeben: Oft sind Stress oder große Lebensveränderungen daran schuld – aber nicht immer! Manchmal breiten sich auch stille Entzündungen in deinem Körper aus, die du zunächst nicht bemerkst, die aber irgendwann Fahrt aufnehmen und deinen Organismus gleich auf mehreren Ebenen belasten. Die gute Nachricht: Du kannst etwas dagegen tun! Wir verraten dir alles, was du zum Thema „Inflammaging“ wissen musst, und helfen dir dabei, stille Entzündungen im Körper zu erkennen und zu bekämpfen. 

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Was ist Inflammaging?

Der Begriff „Inflammaging“ setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: Da wäre zunächst „Inflammation“, was auf Englisch „Entzündung“ bedeutet. Und dann ist da noch „Aging“, die englische Bezeichnung für „altern“. Und genau darum geht es: Um zunächst nur schwach ausgeprägte, doch chronische Entzündungen, die in deinem Körper stattfinden, sich über die Jahre hinweg intensivieren und deiner Gesundheit zu schaffen machen. Die Folge: Du alterst schneller. Daher wird „Inflammaging“ auch als „Entzündungsaltern“ bezeichnet.

Es brodelt also gehörig unter der Oberfläche – und das muss nicht einmal mit einer konkreten Verletzung oder Infektion zusammenhängen, sondern begünstigt werden diese Prozesse durch eine ganze Reihe anderer Aspekte. Fakt ist, dass du das, was da tief drinnen in deinem Körper vor sich geht, oft lange Zeit nicht bemerkst. Denn klassische Beschwerden wie Rötung, Schwellung, Fieber oder Schmerzen gibt es nicht. Trotzdem beginnt dein Organismus irgendwann zu ächzen. Ob das nun deine Gelenke und Muskeln sind oder deine Haut und dein Gehirn. Alles leidet - aber zunächst im Stillen. Genau deswegen spricht man auch von „Silent Inflammation“, zu Deutsch: „stille Entzündungen“.

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Warum sind stille Entzündungen im Körper so gefährlich?

Unterschätze stille Entzündungen auf keinen Fall – sie sind heimtückisch! So kann Silent Inflammation auf lange Zeit gesehen neben dem rascheren Altern noch vielfältige weitere Beschwerden auslösen, wie etwa:

  • Muskelschwund und Gelenkprobleme (Arthrose, Rheuma etc.)

  • Hautkrankheiten

  • Schwaches Immunsystem

  • Langsame Wundheilung

  • Müdigkeit

  • Verringerte Belastbarkeit

  • Höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Morbus Crohn, Alzheimer, Multiple Sklerose etc.

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Welche Faktoren begünstigen Inflammaging & was triggert stille Entzündungen?

Aber warum entstehen solche stillen Entzündungen im Körper? Was triggert sie? Die Antwort ist vielschichtig. Eine Rolle spielen dabei folgende Faktoren:

  • Dein Immunsystem: Je älter du wirst, desto träger, doch gleichzeitig umsichtiger wird dein Immunsystem: Es braucht also länger, um auf akute Infektionen zu reagieren, liegt andererseits stetig auf der Lauer und ist damit überaktiv. Die Folge: Dein Körper produziert entzündungsfördernde Botenstoffe wie am Fließband. Doch diese Daueraktivierung strengt an – damit schwächt sich dein Organismus selbst. Klopfen dann echte Bedrohungen an die Tür, fehlt ihm die Kraft, diese abzuwehren.

  • Deine Muskeln: Im Alter baut dein Körper immer mehr Muskeln ab. Doch je weniger Muskeln du hast, desto schlapper wird auch dein Stoffwechsel – er kommt nicht mehr ordentlich in Schwung. Muss er dann auch noch mit Übergewicht kämpfen oder gönnst du ihm nicht genügend Bewegung, dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller.

  • Dein Darm: Eine große Rolle spielt deine Darmflora: Ist diese gestört, gelangen Krankheitserreger leichter in deinen Blutkreislauf und können dort eine Immunreaktion auslösen. Diese kann sich wiederum zu einer stillen Entzündung ausbreiten.

  • Dein Kiefer: Auch eine schlechte Mundhygiene kann Inflammaging begünstigen. Vor allem bakterielle Ablagerungen zwischen den Zähnen sind nicht zu unterschätzende Entzündungsherde.

  • Dein Stresslevel: Wie so oft geht es auch darum, wie entspannt du durchs Leben gehst. Denn chronischer Stress, allen voran das Hormon Cortisol, kann ebenso stille Entzündungen in deinem Körper begünstigen.

  • Deine Ernährung: Einfluss hat auch das, was auf deinen Teller kommt. Wer beispielsweise zu viele Gerichte und Snacks mit Zucker, Weißmehl, gesättigten Fetten und stark verarbeiteten Lebensmitteln verspeist, tut sich nichts Gutes. Ein solcher Speiseplan belastet dein Immunsystem zusätzlich und kann Silent Inflammation verstärken.

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Stille Entzündungen erkennen

Wie schon erwähnt: Es ist gar nicht so einfach, stille Entzündungen zu erkennen, um sie im nächsten Schritt gezielt behandeln zu können. Aber es gibt ein paar Hinweise und Beschwerden, auf die du achten kannst.

Wichtige Entzündungsmarker im Blut prüfen lassen

Du vermutest Silent Inflammation in deinem Körper? Dann lass am besten dein Blut checken. Bestimmte Laborwerte können darauf hindeuten, dass da etwas nicht passt:

  • CRP (C‑reaktives Protein): Dabei handelt es sich um einen allgemeinen Marker für Entzündungsprozesse, der in deiner Leber gebildet wird. Ein erhöhter Wert sollte dabei immer durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden.

  • IL‑6 (Interleukin‑6): Leidest du unter entzündlichen Krankheiten oder Darmproblemen, kann dieses Protein erhöht sein. Es wird von Immunzellen freigesetzt, fördert Fieber und regt die Leber an, bestimmte Plasmaproteine zu produzieren, deren Konzentration bei Entzündungen innerhalb weniger Stunden stark ansteigen kann.

  • TNF‑α (Tumor-Nekrose-Faktor alpha): Dieser Botenstoff deines Immunsystems steuert Entzündungen, kann Fieber auslösen und sogar den Zelltod einleiten. Er fördert insbesondere Gewebeentzündungen und spielt eine Rolle bei Arthritis und Autoimmunerkrankungen.

Ergänzend dazu werden oft Stuhlproben untersucht. Auch Ultraschall, MRT und CT können eingesetzt werden, um stille Entzündungen zu erkennen.

Auf mögliche Symptome von Silent Inflammation achten

tille Entzündungen verlaufen meist ohne akute Symptome, halten jedoch dein Immunsystem dauerhaft auf Trab, was dein Energielevel senken und zu längeren Erholungsphasen nach Infekten, Verletzungen und Co. führen kann. Folgende Warnhinweise solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen:

  • Du bist ständig müde

  • Du schläfst schlecht oder bemerkst Nachtschweiß

  • Dir fehlen Energie und Motivation

  • Du bist rascher gereizt als üblich

  • Deine Verdauung läuft nicht rund

  • Du kämpfst ständig mit Infekten

  • Dein Blutzuckerspiegel ist erhöht

  • Du leidest unter Angst und Depressionen

  • Deine Gelenke fühlen sich steifer an

  • Du hast oft Kopfschmerzen

  • Du kannst dich nicht gut konzentrieren

  • Deine Haut reagiert gereizt

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Stille Entzündungen bekämpfen: Das kannst du tun

Widmen wir uns jetzt der wichtigsten Frage: Was hilft gegen stille Entzündungen? Und was kannst du sofort tun, um Silent Inflammation zu behandeln und zu bekämpfen? Die gute Nachricht: Du kannst an mehreren Rädchen drehen, damit das Ganze ins Rollen kommt und sich in eine gesündere Richtung bewegt. Das sind die wichtigsten Pfeiler:

  • Bewegung: Ganz oben auf deiner Liste sollte jetzt mehr Bewegung stehen. Denn durch einen aktiven Lifestyle kannst du nicht nur Entzündungsmarker im Blut senken, sondern auch Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder Hautproblemen den Kampf ansagen. Ganz nebenbei bremst du damit den natürlichen Alterungsprozess ein. Setze dabei auf einen Mix aus moderatem Ausdauertraining wie walken, laufen, Radfahren oder schwimmen, kombiniert mit effektivem Krafttraining. Zwischendurch nicht auf Mobilitätsübungen und Massagen vergessen!

  • Ernährung: Passe außerdem deinen Speiseplan an und achte auf eine möglichst entzündungshemmende Ernährung. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Lebensmittel mit viel Omega-3-Fettsäuren haben Vorrang gegenüber allem Fettigen, Süßen und stark Verarbeitetem. Bei wem die Waage darüber hinaus ein paar Kilos zu viel anzeigt, der sollte alles daransetzen, diese loszuwerden. Denn Übergewicht und Diabetes wirken wie ein Motor für stille Entzündungen im Körper – und das kannst du gar nicht gebrauchen. 

  • Vitalstoffe: Deinen bunten Speiseplan kannst du begleitend dazu mit hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln aufwerten. Um stille Entzündungen zu lindern, brauchst du vor allem genügend Omega-3, Vitamin D, Vitamin C und Vitamin E sowie Magnesium, Zink und Selen. Hervorragende Entzündungsbekämpfer sind auch Kurkuma und Weihrauch. Über Probiotika freut sich wiederum speziell dein Darm.

  • Schlaf: Das Leben umzukrempeln, kann anstrengend sein. Vergiss dabei auf keinen Fall auf die nötige Entspannung. Dazu zählt in erster Linie ein guter Schlaf, aber auch kleine Pausen zwischendurch sind wichtig.

  • Stressmanagement: Den Übeltäter Stress kannst du auf vielfältige Art und Weise in die Schranken verweisen: Ob Yoga, Mediation oder Breathwork – finde das, was zu dir passt. Auch abendliches Journaling, Digital Detox, eine entschleunigte Morgenroutine oder mehr Treffen mit deinen Liebsten können helfen.

  • Hin und wieder kann es auch sein, dass entzündungshemmende Medikamente nötig sind, um die Reaktionen in deinem Körper unter Kontrolle zu bringen. Kläre das am besten direkt mit einem Arzt ab.

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Nahaufnahme von Pflanzenzellen, die unter dem Mikroskop ihre sechseckige Struktur zeigen. Die Zellen haben dünne Wände und erscheinen hellbraun.

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Fazit

Glimmt im Sommer das Holz des Lagerfeuers noch etwas weiter, auch wenn die Flamme schon erloschen ist, wärmt das unser Herz. Ein ständiges, unterschwelliges Glühen in uns drin, welches uns rascher altern lässt, können wir hingegen nicht gebrauchen. Die gute Nachricht: Stille Entzündungen in deinem Körper lassen sich ein Stück weit ausbremsen – mit einfachen Methoden, die du sofort umsetzen kannst. Also runter vom Sofa und rein in ein aktives, gesundes Leben! 

Margit Weichselbraun mit langen Haaren in einem schwarzen Kleid, mit verschränkten Armen in einem sanft beleuchteten Raum stehend. Schwarz-Weiß-Foto.

Mag. Margit Weichselbraun

Expertin Wissensmanagement, BIOGENA

Die faszinierende Welt der Mikronährstoffe und bewegende Gesundheitsthemen sind eine große Leidenschaft der studierten Ernährungswissenschaftlerin. Gekonnt zaubert die passionierte Wortschmiedin aus diversen wissenschaftlichen Quellen Beiträge, die umfangreiche Themen verständlich darlegen. Privat ist Margit Weichselbraun außerdem Vollblut-Mama zweier Kinder.

FAQs

Häufig gestellte Fragen zum Thema Inflammaging:

Wissenschaftliche Quellen:

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