Vitamine, Mineralstoffe und Co

Vitamin D für Babys & Neugeborene: Sinnvoll oder nicht?

von Mag. Margit Weichselbraun
am 14.03.2024
Vitamin D tanken für Babys sinnvoll? Vitamin D tanken für Babys sinnvoll?

Perfekt auf die Bedürfnisse des heranwachsenden Erdenbürgers zugeschnitten, liefern Muttermilch und Säuglingsnahrung genau die Nährstoffe, die ein Baby für seine optimale Entwicklung braucht. Dennoch soll im ersten Lebensjahr von Still- oder Flaschenkindern besonderes Augenmerk auf das Sonnenvitamin D gelegt werden. Warum wird für die Kleinsten unter uns schon zusätzliches Vitamin D empfohlen? Reicht es nicht aus, mit dem Baby viel Zeit im Freien zu verbringen und das Vitamin über die Nahrung zuzuführen?

Warum brauchen Babys zusätzliches Vitamin D?

Die ursprünglichste Art, ein Baby zu ernähren, ist Stillen. Perfekt auf die Bedürfnisse des Säuglings zugeschnitten, passt sich die Muttermilch ständig an die physiologischen Bedürfnisse des Kindes an. Nichtsdestotrotz ist die Zusammensetzung der Muttermilch auch abhängig von der Ernährung der Mutter – und so zeigt der aktuelle Stand der Forschung, dass Muttermilch in der Regel zu geringe Vitamin-D-Mengen enthält. Selbst wenn mit der Beikost begonnen wird, ist diese als alleinige Vitamin-D-Quelle zu wenig. Auch industriell gefertigter Säuglingsanfangsnahrung werden in manchen Ländern geringe Mengen Vitamin D zugesetzt, aber auch in diesem Fall wird damit der Bedarf nicht abgedeckt.

Wieso nimmt Vitamin D eine Sonderstellung unter den Vitaminen ein?

Vitamin D ist, wie der Name schon sagt, ein Vitamin – und doch ist es kein Vitamin im eigentlichen Sinn: Denn während Vitamine und andere essenzielle Mikronährstoffe über unsere Nahrung zugeführt werden müssen, kann unser Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht (optimal nur von April bis September, zwischen 10 und 14 Uhr) selber herstellen.

Wie wirkt Vitamin D?

Vitamin D übernimmt im menschlichen Körper wichtige Schlüsselfunktionen. Dies lassen nicht zuletzt die vielen neuen Erkenntnisse der letzten Jahre erahnen, die u. a. zeigen, dass nahezu alle Organe und Gewebe unseres Körpers über eigene Vitamin-D-Andockstellen verfügen. Die wohl bekannteste Rolle von Vitamin D ist jedoch jene des Knochenvitamins. Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium und Phosphor bei und ist so entscheidend an der Erhaltung der Knochen beteiligt. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung ist deshalb bereits bei den Kleinsten für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung des Knochensystems von Bedeutung. Zudem ist Vitamin D für die immunologische Schlagkraft wichtig, da es zu den normalen Funktionen des Immunsystems beiträgt.

Einnahme & Dosierung

Ab wann soll man einem Baby Vitamin D geben?

Babys benötigen als Neugeborene vom ersten Tag an Vitamin D. Gleichzeitig muss die empfindliche Babyhaut vor den direkten Sonnenstrahlen geschützt werden, das Baby soll also nicht zur Förderung der Vitamin-D-Bildung der prallen Sonne ausgesetzt werden.

Wie viel Vitamin D braucht mein Baby?

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt schon kurz nach der Geburt eine Supplementierung von 400 bis 500 I.E. (10-12,5 µg) Vitamin D täglich. Laut DGKJ gilt diese Empfehlung bis zum zweiten Frühsommer des Kindes.

Ist eine Vitamin-D-Überdosierung möglich?

Wer sich an die Empfehlungen hält, muss keine Vitamin-D-Überversorgung befürchten. Die Gesamtzufuhrmenge bezieht sich auf die Zufuhr von Vitamin D über Lebensmittel, Vitamin-D-Präparate und angereicherte Produkte. Bei der empfohlenen Supplementierung von 10 bis 12,5 µg pro Tag besteht für Babys folglich keine Gefahr einer Überversorgung.

Vitamin D fürs Baby vergessen – ist das schlimm?

Gerade die erste Zeit kann es schon mal passieren, dass man vergisst, dem Baby sein Vitamin D zu verabreichen. Dies ist, wenn es nicht ständig passiert, nicht weiter schlimm. Sollte es doch mal passieren, sollte dem Kleinen jedoch nicht die doppelte Dosis gegeben werden, sondern mit der normalen Dosis fortgesetzt werden. Wurde es länger vergessen, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem behandelnden Kinderarzt, der entscheiden kann, ob eine größere Dosierung zum „nachholen“ empfehlenswert ist.

Vitamin D für Babys – Tropfen oder Tabletten?

Vitamin D ist in Flüssig-, Kapsel- oder Tablettenform erhältlich. Meistens werden Flüssiganwendungen empfohlen, doch ist es nicht immer einfach, den Vitamin-D-Tropfen in Babys Mund zu platzieren. Wenn man den Tropfen jedoch zunächst auf einen Löffel, Schnuller oder die Brustwarze gibt, gelangt der Tropfen einfacher ans Ziel.  Tabletten oder Kapseln sind zwar auch für Kinder erhältlich, aufgrund der fehlenden Fähigkeit zum Schlucken und möglichen Schwierigkeiten beim Verabreichen gelöster Pulver aber nicht grundsätzlich empfehlenswert. Entschließt man sich jedoch für aufgelöste Tabletten oder geöffnete Kapseln, sollte man unbedingt auf mögliche Zusatzstoffe und deren Verträglichkeit achten.

Wie lange soll man Babys Vitamin D geben?

Wie lange Babys Vitamin D einnehmen sollen, hängt davon ab, wann das Baby geboren worden ist. Ist das Baby ein „Sommerkind“, sprich zwischen Mai und September geboren, sollte 12 Monate supplementiert werden. Wurde das Baby in der Herbst- bzw. Winterzeit zur Welt gebracht, also zwischen September und April, sollte die Vitamin-D-Gabe bis zum Erreichen des zweiten Frühsommers verlängert werden. Je nach Geburtszeitpunkt wird also eine Dauer von 1–1,5 Jahren empfohlen.

​​​​​​​Wussten Sie, dass es sinnvoll sein kann, Vitamin D auch über das 1. Lebensjahr hinaus zu supplementieren?

Die Vitamin-D-Versorgung hängt nämlich weniger von der Ernährung als von der körpereigenen Produktion mithilfe von Sonnenlicht ab. Doch in unseren Breiten kommt die körpereigene Vitamin-D-Bildung in der dunklen Jahreszeit fast vollständig zum Erliegen und auch in den Morgen- und Abendstunden steht die Sonne für eine effiziente Synthese zu tief. Zusätzlich stören noch weitere Faktoren (z. B. Sonnenschutzmittel, Hauttyp) die körpereigene Bildung, weshalb es der Überlegung wert ist, Kindern auch über das 1. Lebensjahr hinaus ein ergänzendes Vitamin-D-Präparat zu geben – insbesondere in der dunklen Jahreszeit. Lassen Sie sich beraten und ev. den Vitamin D Status bestimmen.

Und was sollte bei Vitamin-D-Präparaten für Babys noch beachtet werden?

Gerade was die Kleinsten betrifft, ist Eltern die Produktqualität meist ein besonderes Anliegen. Doch worauf achten?

Welche Vitamin D Tabletten oder Kapseln für Babys?

Auch wenn Tabletten oder Kapseln für Kinder und Babys am Markt erhältlich sind, sind diese aufgrund der fehlenden Fähigkeit zum Schlucken und möglichen Schwierigkeiten beim Verabreichen von gelösten Pulvern aber nicht grundsätzlich empfehlenswert. Entschließt man sich jedoch für aufgelöste Tabletten oder geöffnete Kapseln, sollte man unbedingt auf mögliche Zusatzstoffe und deren Verträglichkeit achten.   Ein Blick auf die Produkt-Zusammensetzung lohnt sich. Kapseln, die ohne technologische Zusätze auskommen, sollte den Vortritt gelassen werden vor Tabletten mit vielen unnötigen Begleitstoffen. Einfacher in der Anwendung und empfehlenswerter sind in jedem Fall Flüssigpräparate.

Welche Vitamin D Tropfen für Babys?

Auch bei Flüssiganwendungen sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst keine Zusatzstoffe enthalten. Von Produkten mit Alkohol sollte man ganz absehen. Ideal sind hingegen Flüssigpräparate auf Basis hochwertiger Öle, wie z. B. Sonnenblumenöl, das ein angenehmer neutraler Geschmack auszeichnet.

Warum wird nach einem Jahr mit der Supplementierung aufgehört? Was ist unsere Empfehlung?

Die aktuellen offiziellen Empfehlungen der DGKJ sehen derzeit eine generelle Vitamin-D-Supplementierung nur für Babys bis zum zweiten erlebten Frühsommer vor. Der Grund hierfür ist schnell erklärt: gesundheitliche Empfehlungen hinsichtlich einer Supplementierung, die eine ganze Altersgruppe betreffen, werden nur getroffen, wenn eine klare Indikation vorliegt. Bei Vitamin D wäre die klare Indikation in den ersten Lebensmonaten jene der Knochengesundheit, da Vitamin D für das normale Wachstum und die Entwicklung der Knochen bei Kindern benötigt wird.

Da die für den Vitamin-D-Haushalt so essenzielle Vitamin-D-Bildung in unseren Breiten im Winter unzureichend sowie eine Deckung des Bedarfs über die Nahrung nicht möglich ist, wäre eine ergänzende Supplementierung in der dunklen Jahreszeit, um einen gesunden Vitamin-D-Spiegel von Kindern zu unterstützen, eine Überlegung wert.

Vitamin D und K für Babys kombinieren?

Da Neugeborene keine ausreichende Vitamin-K-Speicher besitzen, ist in Österreich seit vielen Jahren die Gabe von Vitamin K empfohlen. Während die Supplementierung von Vitamin D den Eltern obliegt, übernimmt die Vitamin-K-Gabe die:der zuständige Kinderärzt:in. Gesunde Reifgeborene und oral ernährte Frühgeborene erhalten hierbei drei Mal – meist kurz nach der Geburt, am 4. bis 6. Tag und im Alter von 4 bis 6 Wochen – Vitamin K. Andere Methoden der Vitamin-K-Prophylaxe, wie eine täglich niedrig dosierte oder eine wöchentliche Gabe für die Dauer der ersten Lebensmonate, haben sich nicht bewährt und werden nicht empfohlen.

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Warum wird nach einem Jahr mit der Supplementierung aufgehört? Was ist unsere Empfehlung?

Die aktuellen offiziellen Empfehlungen der DGKJ sehen derzeit eine generelle Vitamin-D-Supplementierung nur für Babys bis zum zweiten erlebten Frühsommer vor. Der Grund hierfür ist schnell erklärt: gesundheitliche Empfehlungen hinsichtlich einer Supplementierung, die eine ganze Altersgruppe betreffen, werden nur getroffen, wenn eine klare Indikation vorliegt. Bei Vitamin D wäre die klare Indikation in den ersten Lebensmonaten jene der Knochengesundheit, da Vitamin D für das normale Wachstum und die Entwicklung der Knochen bei Kindern benötigt wird.

Da die für den Vitamin-D-Haushalt so essenzielle Vitamin-D-Bildung in unseren Breiten im Winter unzureichend sowie eine Deckung des Bedarfs über die Nahrung nicht möglich ist, wäre eine ergänzende Supplementierung in der dunklen Jahreszeit, um einen gesunden Vitamin-D-Spiegel von Kindern zu unterstützen, eine Überlegung wert.

Vitamin D und K für Babys kombinieren?

Da Neugeborene keine ausreichende Vitamin-K-Speicher besitzen, ist in Österreich seit vielen Jahren die Gabe von Vitamin K empfohlen. Während die Supplementierung von Vitamin D den Eltern obliegt, übernimmt die Vitamin-K-Gabe die:der zuständige Kinderärzt:in. Gesunde Reifgeborene und oral ernährte Frühgeborene erhalten hierbei drei Mal – meist kurz nach der Geburt, am 4. bis 6. Tag und im Alter von 4 bis 6 Wochen – Vitamin K. Andere Methoden der Vitamin-K-Prophylaxe, wie eine täglich niedrig dosierte oder eine wöchentliche Gabe für die Dauer der ersten Lebensmonate, haben sich nicht bewährt und werden nicht empfohlen.

Fazit: Babys benötigen vom ersten Tag an Vitamin D. Die neuen Erdenbürger können jedoch weder selbst ausreichende Mengen Vitamin D bilden, noch soll ihre empfindliche Haut das erste Lebensjahr direkter Sonne ausgesetzt werden –  und auch Babynahrung und Muttermilch enthalten zu wenig. Aus diesem Grund kann Eltern ans Herz gelegt werden, ihre Sprösslinge bis zum zweiten erlebten Frühsommer mit einem entsprechenden Vitamin-D-Präparat zu begleiten.

Sie möchten noch mehr über Vitamin D erfahren?

Hier haben wir wertvolle Infos & Tipps rund um das Thema Vitamin D für Sie zusammengefasst.

Alles über Vitamin D

Häufig gestelle Fragen zum Thema Vitamin D für Babys & Neugeborene

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt nicht nur „Flaschenkinder“, sondern auch gestillte Babys täglich mit 400 – 500 I.E. zusätzlichem Vitamin D zu versorgen.

Ja, denn die Fähigkeit zur Vitamin D-Bildung entwickelt sich bei Babys erst im Laufe der Zeit. Außerdem sollte ihre besonders empfindliche Haut keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt sowohl „Flaschenkinder“ als auch Stillbabys täglich bis zum zweiten erlebten Frühsommer mit zusätzlichen Vitamin D3 zu versorgen. Zu welcher Uhrzeit das Vitamin verabreicht wird, ist hierbei ganz egal – Hauptsache, man denkt daran täglich.

Durch das wachsende Knochengerüst ist eine gute Vitamin-D-Versorgung für Babys besonders wichtig, denn Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme/Verwertung von Calcium und Phosphor bei. Da Säuglingsnahrung und in der Regel auch Muttermilch nur unzureichende Mengen an Vitamin D enthalten, ist eine tägliche Vitamin-D-Ergänzung für die Kleinsten unter uns auf jeden Fall empfohlen.

Die Ernährungskommission der Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sieht für Babys eine Supplementation von 400-500 I.E. (10-12,5 µg) Vitamin D3 täglich vor.

Referenzen:

Reinehr, T. et al. 2018. Vitamin-D-Supplementierung jenseits des zweiten Lebensjahres. Gemeinsame Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ e. V.) und der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und Diabetologie (DGKED e. V.). Monatsschr Kinderheilkd. 166:814–22.

Mansur, J. L. 2018. [Vitamin D in pediatrics, pregnancy and lactation.] Arch Argent Pediatr. 116(4):286–90.

Kramer, C. K. et al. 2016. The persistence of maternal vitamin D deficiency and insufficiency during pregnancy and lactation irrespective of season and supplementation. Clin Endocrinol (Oxf). 84(5):680–6.

Neth, C. 2017. Warum Säuglinge zusätzlich Vitamin D bekommen. PTA heute. https://www.ptaheute.de/aktuelles/2020/08/23/darum-bekommen-saeuglinge-zusaetzlich-vitamin-d (Stand 05/2021)

Zwiauer, K. 2017. Vitamin-K-Prophylaxe bei Neugeborenen – Update 2013. Pädiatrie & Pädologie. Ausgabe 2/2017.

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