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Freie Radikale im Körper bekämpfen

Gleitschirmflieger:innen gleiten durch die Wolken vor einer eindrucksvollen Bergkulisse unter einem hellen, wolkenverhangenen Himmel.

Mag. Kristiina Singer, MSc

09.12.20244 Min Lesezeit

Freie Radikale – ein Begriff, der oft mit Gesundheit, Alterung und Ernährung in Verbindung gebracht wird. Doch was genau steckt hinter diesen Molekülen, und wie können wir uns vor ihren potenziellen Schäden schützen? In diesem Beitrag werfen wir einen detaillierten Blick auf freie Radikale, ihre Entstehung und Wirkung im Körper sowie praktische Tipps, wie wir durch Antioxidantien und eine gezielte Ernährung ihre negativen Auswirkungen reduzieren können.

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Bedeutung: Was sind freie Radikale?

Freie Radikale sind instabile Moleküle oder Atome, die mindestens ein ungepaartes Elektron besitzen. Sie entstehen natürlicherweise im Körper, beispielsweise durch Stoffwechselprozesse, aber auch durch externe Faktoren wie Umweltverschmutzung, UV-Strahlung oder übermäßiger Stress.

Aufgrund ihrer Instabilität sind sie hochreaktiv und versuchen, Elektronen von anderen Molekülen zu "stehlen", was zu einer Kettenreaktion von Zellschäden führen kann. Dieser Prozess wird als oxidativer Stress bezeichnet und steht in Zusammenhang mit vorzeitiger Hautalterung, Entzündungen und verschiedenen chronischen Krankheiten.

Diagramm: Ein fröhliches Biomolekül verliert ein Elektron – und wird zum wütenden freien Radikal.

Bild 1.: Intaktes Molekül vs. freies Radikal

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Wie entstehen freie Radikale: Einfach erklärt

Freie Radikale können auf unterschiedliche Weise im Körper entstehen. Man unterscheidet hier zwischen endogenen (körpereigenen) und exogenen (äußeren) Faktoren.

Interne Prozesse:

  • Zellatmung: Während der Energiegewinnung in den Mitochondrien werden freie Radikale als Nebenprodukte produziert.

  • Immunreaktionen: Bei der Abwehr von Krankheitserregern setzen Immunzellen freie Radikale ein, um Bakterien oder Viren zu bekämpfen. Die dabei produzierten Mengen sind aber sehr gering und tragen nicht zur Belastung bei.

Externe Einflüsse:

  • Umweltfaktoren: Luftverschmutzung, UV-Strahlung und Zigarettenrauch erhöhen die Belastung mit freien Radikalen.

  • Ernährung: Vitalstoffarme Ernährung (z.B. industriell verarbeitete Lebensmittel) Alkohol und ein ungesunder Lebensstil allgemein können zur Entstehung von oxidativem Stress beitragen.

  • Stress: Chronischer Stress steigert die Freisetzung von Stresshormonen, welche die antioxidative Abwehr des Körpers schwächen.

  • Schlafmangel: Zu wenig Schlaf beeinträchtigt die Regenerationsprozesse des Körpers und kann die Entstehung von oxidativem Stress fördern. Auch die Neutralisierung von freien Radikalen wird bei Schlafmangel erschwert.

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Chemotherapeutika oder einige Schmerzmittel können die Bildung von freien Radikalen fördern.

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Wie wirken freie Radikale im Körper?

Freie Radikale entstehen natürlicherweise während unserer Stoffwechselprozesse. Allerdings können die instabilen Moleküle erheblichen Schaden anrichten, wenn diese überhandnehmen und der Körper nicht mehr in der Lage ist, sie ausreichend zu neutralisieren. Hier einige Beispiele, wie sie den Körper beeinflussen können:

  • Schädigung von Zellen und Gewebe: Sie greifen Zellmembranen und Proteine an, was zum Funktionsverlust oder sogar zum Zelltod führen kann.

  • DNA-Schäden: Freie Radikale können die DNA in den Zellkernen verändern, was den gesamten Zellstoffwechsel beeinflusst und langfristig das Risiko für Krebs erhöht.

  • Erkrankungen: Oxidativer Stress wird mit Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Krankheiten (z. B. Alzheimer) in Verbindung gebracht.

  • Alterungsprozesse: Zellschäden durch freie Radikale beschleunigen sowohl sichtbare als auch innere Alterungsprozesse.

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Freie Radikale bekämpfen: Die Rolle von Antioxidantien

Antioxidantien sind die natürlichen Gegenspieler der freien Radikale. Sie haben die Fähigkeit, die instabilen Moleküle zu neutralisieren, indem sie ihnen ein Elektron zur Verfügung stellen, ohne dabei selbst instabil zu werden. So unterbrechen sie die Kettenreaktion der Zellschädigung und tragen zum Schutz vor oxidativem Stress bei. Daher werden Antioxidantien auch als Radikalfänger bezeichnet.

Diagramm: Ein Antioxidans spendet ein Elektron an ein freies Radikal. Das Antioxidans besitzt gepaarte Elektronen, das freie Radikal ein ungepaartes Elektron.

Bild 2.: Elektron-Übergbae von Antioxidans zu freiem Radikal

Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen:

Tipps gegen freie Radikale:

Eine gesunde Lebensweise ist der Schlüssel, um die Balance zwischen freien Radikalen und Antioxidantien aufrechtzuerhalten. Hier sind einige hilfreiche Tipps:

  • Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Spaziergänge an der frischen Luft können helfen.

  • Rauchfrei leben: Verzichten Sie auf Zigaretten, da Rauchen die Belastung mit freien Radikalen massiv erhöht.

  • Sonnenschutz verwenden: Schützen Sie Ihre Haut vor UV-Strahlen durch Sonnencreme und Kleidung. Ergänzend bieten manche Antioxidantien wie beispielsweise Astaxanthin auch Schutz von innen.

  • Regelmäßige Bewegung: Moderate Bewegung unterstützt die antioxidative Kapazität des Körpers, während übermäßiger Sport oxidativen Stress fördern kann.

  • Gesunde Ernährung: Eine abwechslungsreiche und pflanzenbasierte Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind, ist eine geeignete unterstützende Maßnahme.

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Freie Radikale und Ernährung

Die richtige Ernährung spielt eine zentrale Rolle im Kampf gegen Freie Radikale. Besonders wichtig ist der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind.

Lebensmittelgruppe

Beispiele

Wichtige Antioxidantien

Obst

Beeren (Blaubeeren, Erdbeeren), Äpfel, Trauben, Zitrusfrüchte

z. B. Vitamin C, Flavonoide, Anthocyane

Gemüse

Grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl), Brokkoli, Paprika, Karotten, Tomaten

z. B. Beta-Carotin, Vitamin E, Polyphenole

Nüsse & Samen

Walnüsse, Mandeln, Paranüsse, Sonnenblumenkerne, Leinsamen

z. B. Vitamin E, Selen

Hülsenfrüchte

Linsen, Bohnen, Kichererbsen

z. B. Polyphenole, Flavonoide

Gewürze

Kurkuma, Ingwer, Zimt

z. B. Curcumin, Zingeron, Polyphenole

Getränke

Grüner Tee, Kaffee

z. B. Catechine, Polyphenole

Frau mit schulterlangen Haaren, die einen gerippten Pullover und eine Halskette mit Anhänger trägt und auf einem Schwarz-Weiß-Foto lächelt.

Mag. Kristiina Singer, MSc

Senior Expertin Wissensmanagement & Referentin, BIOGENA

Kristiina Singer ist auf klinische Ernährungsmedizin spezialisiert. Ihr besonderes Interesse gilt den Möglichkeiten der funktionellen Ernährung und orthomolekularen Medizin. Sie ist seit 2015 ein Teil der BIOGENA-Familie, zuerst als wissenschaftliche Fachreferentin der BIOGENA Akademie und später auch als Expertin im BIOGENA Wissensmanagement-Team. In ihren Vorträgen schätzen Ärzt:innen, Therapeut:innen und Betroffene die ruhige und besonnene Art, mit der sie ihr Wissen und ihre Erfahrung teilt.

Quellen:

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