Mikronährstoffe

Berberin: Alles über Wirkung & Dosierung

Eine Person in Winterkleidung zeigt auf schneebedeckte Berggipfel unter klarem blauen Himmel.

Dr. Michael Kohlberger, BSc, MSc

27.01.20253 Min Lesezeit

Berberin erfreut sich in der Naturheilkunde zunehmender Beliebtheit – und das aus gutem Grund. Dieser natürliche Pflanzenstoff überzeugt durch eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, die von der Regulierung des Stoffwechsels bis zur Unterstützung bei chronischen Erkrankungen reichen. In diesem Beitrag beleuchten wir die Wirkung und Dosierung von Berberin.

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Was ist Berberin?

Berberin ist ein natürlich vorkommender bioaktiver Pflanzenstoff, der aus verschiedenen Heilpflanzen wie der Berberitze, Goldsiegelwurzel und Gelbwurzel gewonnen wird. Chemisch gesehen gehört es zu den Alkaloiden und zeichnet sich durch seine leuchtende gelbe Farbe aus. Dadurch dass es wenig wasserlöslich ist, wird es seit Jahrhunderten für Färbezwecke eingesetzt.

Außerdem wird Berberin seit Jahrhunderten auch in der traditionellen chinesischen und ayurvedischen Medizin verwendet. Es wird für seine antimikrobiellen, antioxidativen, entzündungshemmenden und blutzuckersenkenden Eigenschaften geschätzt und findet daher Anwendung bei einer Vielzahl von Beschwerden wie bei Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Infektionen oder Entzündungen. In den letzten Jahren hat der Wirkstoff vor allem auch in der Langlebigkeitsforschung Bekanntheit erlangt.

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Vorkommen in der Nahrung: Wo ist Berberin enthalten?

Berberin kommt hauptsächlich in bestimmten Heilpflanzen vor und wird über die normale Ernährung nicht in ausreichenden Mengen zugeführt. Zu den bekanntesten Pflanzen, die Berberin enthalten, gehören:

  • Berberitze (Berberis vulgaris): Die sauren Beeren der Pflanze sind besonders reich an Vitamin C, während die Wurzel dieser Pflanze eine hohe Konzentration an Berberin enthält.

  • Goldsiegelwurzel (Hydrastis canadensis): Vor allem die Wurzel dieser Pflanze ist reich an Berberin.

  • Gelbwurz (Coptis chinensis): Diese Pflanze wird traditionell in der chinesischen Medizin verwendet.

  • Oregon-Traube (Mahonia aquifolium): Ein weiterer natürlicher Lieferant von Berberin.

Da der natürliche Pflanzenstoff in gängigen Lebensmitteln nicht vorkommt, erfolgt die Aufnahme in der Regel über Nahrungsergänzungsmittel.

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Wirkung von Berberin: Wofür ist Berberin gut?

Wirkung von Berberin auf Cholesterin- und Blutfettwerte

Einer der bekanntesten Vorteile von Berberin ist seine Wirkung auf die Blutfett- und Cholesterinwerte – ein echter Stoffwechsel-All-Star!

  • Blutfettwerte: Berberin hemmt die Neubildung von Fett im Körper und unterstützt so den Fettstoffwechsel.

  • Cholesterinsenkung: Es senkt nachweislich das LDL-Cholesterin ("schlechtes Cholesterin") und die Triglyzeridwerte, während es gleichzeitig das HDL-Cholesterin ("gutes Cholesterin") steigert.

Berberin bei Diabetes: Wirkung auf den Blutzucker

Berberin kann die Insulinsensitivität verbessern und die Zuckeraufnahme in die Zellen fördern. Studien zeigen, dass der Pflanzenstoff auf molekularer Ebene wirkt, indem es den sogenannten AMP-aktivierten Proteinkinase-Weg (AMPK) aktiviert. Dieser ist entscheidend für den Energiehaushalt der Zellen.

Die Wirkung von Berberin bei Diabetes wurde in zahlreichen klinischen Studien untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass es ähnlich wie Metformin – ein gängiges Diabetesmedikament – den Blutzuckerspiegel senken kann. Darüber hinaus hilft Berberin, die Insulinresistenz zu reduzieren und den HbA1c-Wert (Langzeitblutzucker) zu verbessern. Dadurch ist es eine wertvolle Unterstützung bei Diabetes Typ 2.

Berberin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck

Auch bei Bluthochdruck hat Berberin positive Effekte gezeigt. Es wirkt gefäßerweiternd, verbessert die Durchblutung und senkt den Blutdruck auf natürliche Weise, was es zu einer interessanten Ergänzung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen macht.

Berberin und Thrombose: Gibt es einen Zusammenhang?

Berberin zeigt potenzielle antithrombotische Eigenschaften. Studien deuten darauf hin, dass Berberin das Risiko von Blutgerinnung durch Hemmung der Thrombozytenaggregation und Reduktion entzündlicher Prozesse senken könnte.

Berberin zeigt auch mögliche positive Effekte auf die Endothelfunktion und die Lipidwerte, was das Thromboserisiko weiter senken könnte. Allerdings sind die bisherigen Daten begrenzt, und es fehlen umfassende klinische Humanstudien, um einen klaren Zusammenhang zwischen Berberin und der Prävention oder Behandlung von Thrombosen zu bestätigen.

Wirkung von Berberin auf den Darm

Die Darmgesundheit spielt eine entscheidende Rolle für das allgemeine Wohlbefinden, und auch hier kann Berberin unterstützend wirken. Es wirkt antimikrobiell und hilft, schädliche Bakterien im Darm zu reduzieren, ohne die nützlichen Bakterien zu beeinträchtigen. Es kann daher bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Reizdarm oder bakteriellen Infektionen hilfreich sein.

Zudem zeigt Berberin entzündungshemmende Effekte im Darm und könnte bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa unterstützend wirken.

Berberin: Wirkung beim Abnehmen

Berberin kann den Gewichtsverlust unterstützen, indem es den Stoffwechsel anregt und die Fettverbrennung fördert. Studien zeigen, dass der Pflanzenstoff die Aktivität von Hormonen reguliert, die den Appetit und die Fettablagerung beeinflussen. Es kann die Fettaufnahme im Darm reduzieren und die Fettverbrennung in der Leber steigern. Menschen mit Übergewicht oder Adipositas könnten daher von einer Berberin-Supplementierung profitieren. Aber auch für Personen, die ihr Bauchfett reduzieren möchten, kann Berberin unterstützend wirken. Dennoch wird zum Abnehmen ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und ausreichend Sport notwendig sein.

Die richtige Dosierung zum Abnehmen: Zum Abnehmen werden täglich 3x 500 mg Berberin empfohlen. Bei einer besonders hohen Bioverfügbarkeit der Kapseln kann die Dosierung aber auch geringer ausfallen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Berberin und Langlebigkeit

Ein besonders spannender Aspekt von Berberin ist sein potenzieller Einfluss auf die Langlebigkeit. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass Berberin antioxidative und zellschützende Eigenschaften besitzt, die den Alterungsprozess verlangsamen können. Es aktiviert Enzyme, die für die Zellregeneration verantwortlich sind, und schützt vor degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Herzkrankheiten. Unterstützt wird dieser Prozess vor allem auch durch den Schutz vor oxidativem Stress. Dadurch werden freie Radikale im Körper bekämpft und somit der Zellalterung entgegengewirkt. Es bedarf in diesem Gebiet definitiv noch an weiterer Human-Forschung – dennoch sind die Ergebnisse hinsichtlich verbesserter Insulinsensitivität sowie der Reduktion von Zellstress und Entzündungen vielversprechend.

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Berberin Einnahmeempfehlung: Wie viel Berberin am Tag einnehmen?

Die empfohlene Tagesdosis von Berberin liegt bei 500-1500 Milligramm pro Tag. Um von den positiven Wirkungen von Berberin zu profitieren, sollten Nahrungsergänzungsmittel zumindest über 12 Wochen hinweg regelmäßig eingenommen werden. Für den Einstieg wird oft eine niedrigere Dosis empfohlen, um die Verträglichkeit zu testen.

Die neuartige Phytosom-Technologie kombiniert Berberin mit pflanzlichem Lecithin. Dadurch steigt die Bioverfügbarkeit, wodurch eine geringere Dosierung nötig ist. Somit verbessert sich gleichzeitig auch die Verträglichkeit.

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Dr. Michael Kohlberger, BSc, MSc

Experte Wissensmanagement & Teammitglied Forschung & Entwicklung

Michael Kohlberger ist ein Wissenschaftler, der sich auf das Gebiet der medizinischen Biologie spezialisiert hat. Nachdem er mehrere Jahre in akribischer Laborarbeit verbracht hat, hat er seine Leidenschaft für die Wissenschaftskommunikation entdeckt. Als Mitglied des BIOGENA Wissenschaftsteam beschäftigt er sich kritisch mit der aktuellen Studienlage und macht es sich überdies zur Aufgabe, die neuesten Erkenntnisse der Gesundheitsforschung in verständlicher Sprache zu vermitteln.

FAQs

Häufig gestellte Fragen zur Wirkung von Berberin:

Quellen:

Dang, Yao et al. “Berberine ameliorates cellular senescence and extends the lifespan of mice via regulating p16 and cyclin protein expression.” Aging cell vol. 19,1 (2020): e13060. doi:10.1111/acel.13060. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31773901/

Emamat, H. et al. 2022. The effect of purple-black barberry (Berberis integerrima) on blood pressure in subjects with cardiovascular risk factors: a randomized controlled trial. Journal of Ethnopharmacology. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35150818/

Fang, Xinyi et al. “Research progress on the pharmacological effects of berberine targeting mitochondria.” Frontiers in endocrinology vol. 13 982145. 11 Aug. 2022, doi:10.3389/fendo.2022.982145. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36034426/

Gavia-García, G. et al. 2021. Telomere Length and Oxidative Stress and Its Relation with Metabolic Syndrome Components in the Aging. Biology (Basel). 10(4):253. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33804844/

Guo, Jing et al. “The Effect of Berberine on Metabolic Profiles in Type 2 Diabetic Patients: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials.” Oxidative medicine and cellular longevity vol. 2021 2074610. 15 Dec. 2021, doi:10.1155/2021/2074610. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34956436/

Lan, Jiarong et al. “Meta-analysis of the effect and safety of berberine in the treatment of type 2 diabetes mellitus, hyperlipemia and hypertension.” Journal of ethnopharmacology vol. 161 (2015): 69-81. doi:10.1016/j.jep.2014.09.049. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25498346/

Révész, D. et al. 2014. Telomere Length as a Marker of Cellular Aging Is Associated With Prevalence and Progression of Metabolic Syndrome. J Clin Endocrinol Metab. 99(12):4607–4615. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25188715/

Twarda-Clapa, Aleksandra et al. “Advanced Glycation End-Products (AGEs): Formation, Chemistry, Classification, Receptors, and Diseases Related to AGEs.” Cells vol. 11,8 1312. 12 Apr. 2022, doi:10.3390/cells11081312. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35455991/

Xiong, Ruo-Gu et al. “Anticancer Effects and Mechanisms of Berberine from Medicinal Herbs: An Update Review.” Molecules (Basel, Switzerland) vol. 27,14 4523. 15 Jul. 2022, doi:10.3390/molecules27144523. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35889396/

Xu, Xinmei et al. “Therapeutic effect of berberine on metabolic diseases: Both pharmacological data and clinical evidence.” Biomedicine & pharmacotherapy = Biomedecine & pharmacotherapie vol. 133 (2021): 110984. doi:10.1016/j.biopha.2020.110984. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33186794/

Ye, Yu et al. “Efficacy and Safety of Berberine Alone for Several Metabolic Disorders: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials.” Frontiers in pharmacology vol. 12 653887. 26 Apr. 2021, doi:10.3389/fphar.2021.653887. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33981233/

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