Gesundheit

Vitamin D Mangel bei Kindern

Dr. Anna Sternbauer
von Dr. Anna Sternbauer
am 07.01.2026
Kind ohne Vitamin D Mangel

Vitamin D ist entscheidend für das Wachstum, die Knochenentwicklung und die Zahngesundheit. Es reguliert den Kalzium- und Phosphathaushalt und stärkt das Immunsystem. Ein Vitamin D Mangel beim Kind kann daher gravierende Folgen haben – von Infektanfälligkeit bis zu Wachstumsstörungen. Da viele Kinder zu wenig Sonnenlicht abbekommen, ist ein Mangel weit verbreitet. Im Folgenden werden Ursachen, Symptome, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten eines Vitamin D Mangels bei Kindern umfassend dargestellt.

Vitamin D Mangel Symptome & Anzeichen bei Kindern

Ein Vitamin D Mangel kann sich bei Kindern sehr unterschiedlich äußern und entwickelt sich häufig schleichend. Typische Symptome sind:

  • Knochenschmerzen und Muskelschwäche: Kinder klagen über diffuse Schmerzen in Beinen, Armen oder Rücken
  • Verzögertes Wachstum oder Kleinwuchs
  • Häufige Infekte: Vitamin D stärkt das Immunsystem, weswegen Kinder mit einem Mangel oft anfälliger für Erkältungen und Infektionskrankheiten sind
  • Zahnentwicklungsprobleme: verspäteter Zahndurchbruch oder Defekte am Zahnschmelz können auftreten
  • Knochendeformationen: Bei ausgeprägtem Mangel kann es zu Rachitis kommen, also Verformungen der Wirbelsäule, des Brustkorbs oder der Beine
  • Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten: Auch das allgemeine Wohlbefinden kann durch Vitamin D Mangel beeinträchtigt sein

Da diese Anzeichen unspezifisch sind, wird ein Mangel oft erst spät erkannt.

Ursachen von Vitamin D Mangel bei Kindern

Die Hauptquelle für Vitamin D ist die körpereigene Bildung durch Sonneneinstrahlung auf die Haut. Nur etwa 10–20 % werden über die Ernährung aufgenommen. Gründe für einen Mangel sind daher meist mit zu wenig Sonnenlicht verbunden:

  • Zu wenig Sonnenlicht: Kinder verbringen viel Zeit drinnen
  • Winterzeit und geografische Lage: in Mitteleuropa ist die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März zu schwach
  • Sonnencreme & Kleidung: notwendig für den Hautschutz, blockieren aber die Vitamin D Produktion
  • Dunklere Hautfarbe: Kinder mit höherem Melaningehalt benötigen mehr Sonne
  • Ernährung: eine Ernährung mit wenig Vitamin D haltigen Lebensmitteln (fettreicher Fisch, Eier, angereicherte Produkte) begünstigt den Mangel
  • Erhöhter Bedarf: bei Wachstumsschüben oder chronischen Erkrankungen

Folgen von Vitamin D Mangel bei Kindern

Ein Vitamin D Mangel kann kurz- und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Besonders gravierend ist der Einfluss auf das Wachstum:

  1. Einfluss auf das Wachstum:
    Vitamin D reguliert den Kalzium- und Phosphathaushalt und ist damit entscheidend für die Knochenmineralisierung. Fehlt es, können Knochen nicht ausreichend hart und stabil werden. Das Wachstum kann verlangsamt sein und es drohen bleibende Schäden am Skelettsystem.
  2. Rachitis:
    Die klassische Folge eines schweren Vitamin D Mangels bei Kindern ist Rachitis. Dabei kommt es zu Knochenerweichungen, die sich durch O-Beine, X-Beine, Verformungen des Brustkorbs oder Schädelanomalien zeigen.
  3. Zahnprobleme:
    Ein unzureichender Vitamin D Status führt zu Störungen beim Zahndurchbruch, einer erhöhten Kariesanfälligkeit und schwächerem Zahnschmelz.
  4. Schwaches Immunsystem:
    Kinder mit Vitamin D Mangel haben häufiger Infekte der Atemwege, Mittelohrentzündungen oder andere Infektionskrankheiten.
  5. Spätfolgen im Erwachsenenalter:
    Studien deuten darauf hin, dass ein Mangel in der Kindheit das Risiko für Osteoporose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar psychische Störungen im späteren Leben erhöhen kann.

Ein unbehandelter Vitamin D Mangel kann also lebenslange Folgen haben.

Wie lässt sich Vitamin D Mangel bei Kindern erkennen?

Normwerte:

Mangel < 20 ng/ml (50 nmol/l)
Unzureichend 20–30 ng/ml (50–75 nmol/l)
Ausreichend 30 ng/ml (75 nmol/l)

Vitamin D Mangel bei Kindern beheben

Ein diagnostizierter Mangel sollte gezielt behandelt werden, da er nicht allein durch Ernährung oder gelegentliches Sonnenbaden ausgeglichen werden kann. Wichtige Maßnahmen:

1. Vitamin D Supplementierung

Für Säuglinge wird lt. DGKE eine orale Vitamin D Supplementierung mit 400–500 IE Vitamin D3/Tag bis zum 2. erlebten Frühsommer (danach höhere UV-Exposition und Vitamin D Eigensynthese) empfohlen. Bei Frühgeburten mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g ist eine höhere Dosierung erforderlich. Weitere Infos dazu im Blog „Vitamin D für Babys & Neugeborene

Für Kinder ab dem Alter von einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene liegt die wünschenswerte Vitamin D Gesamtaufnahme zwischen 600–800 IE/Tag.

Ob und wie viel Vitamin D substituiert werden sollte, ist individuell zu bestimmen und die entsprechende Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Blutwerten. Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um eine Überdosierung zu vermeiden.

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2. Sonnenlicht

Regelmäßiger Aufenthalt im Freien fördert die körpereigene Vitamin D Produktion. Schon 10–20 Minuten Sonne auf Gesicht und Armen mehrmals pro Woche können helfen – abhängig von Jahreszeit und Hauttyp.

Bewegung in der Natur bringt aber noch weitere Benefits mit sich:

Übergewichtige Kinder sind häufiger von Vitamin D Mangel betroffen, da sie sich weniger draußen aufhalten und lieber mit Tablet oder Handy spielen als Outdoor-Sportarten zu betreiben. Sonnenlicht und Bewegung an der frischen Luft stärken also die Gesundheit und fördern die Vitamin D Bildung.

Zur Studie

3. Ernährung

Vitamin D reiche Lebensmittel sollten in den Speiseplan integriert werden:

  • fettreiche Fische (Lachs, Hering, Makrele)
  • Eier
  • Milchprodukte (teilweise angereichert)
  • Speiseöle mit Vitamin D Zusatz

4. Prävention

  • Neugeborene erhalten in vielen Ländern standardmäßig Vitamin D Prophylaxe
  • Eltern sollten auf tägliche Bewegung im Freien achten
  • Blutuntersuchungen als Indikator für sinnvolle Vitamin D Substitution

Fazit

Vitamin D ist unverzichtbar für die gesunde Entwicklung von Kindern. Ein Mangel bleibt oft lange unbemerkt, kann jedoch gravierende Folgen für Wachstum, Knochenstabilität und Immunsystem haben. Die Hauptursachen sind zu wenig Sonnenlicht und eine vitaminarme Ernährung.

Eltern sollten deshalb auf regelmäßige Aufenthalte im Freien achten, vitaminreiche Kost anbieten und ärztliche Empfehlungen zur Supplementierung befolgen. Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung schützt Kinder und legt auch die Grundlage für starke Knochen und eine stabile Gesundheit im Erwachsenenalter.

Mehr über Vitamin D-Mangel erfahren

Häufig gestellte Fragen zu Vitamin-D-Mangel bei Kindern

Kinder mit Vitamin D Mangel können schwache oder schmerzende Knochen, Muskelschwäche, verlangsamtes Wachstum, Zahnprobleme, Müdigkeit und häufige Infekte entwickeln. Bei starkem Mangel kann es zu Rachitis mit O- oder X-Beinen kommen. Ein Vitamin D Mangel beim Kind bleibt oft lange unentdeckt, da die Symptome sehr unspezifisch sind. Der sicherste Weg ist daher die Blutuntersuchung beim Kinderarzt.

Bei Kindern beeinträchtigt ein Mangel vor allem das Wachstum und die Knochenentwicklung, während Erwachsene eher Knochenschwäche, Muskelschmerzen oder Osteomalazie entwickeln.

Zu wenig Sonnenlicht, vitaminarme Ernährung, dunkle Hautfarbe, Winterzeit, erhöhter Bedarf bei Wachstum oder Krankheit.

Das lässt sich durch eine Blutuntersuchung bei der Kinderärztin oder dem Kinderarzt deines Vertrauens feststellen, indem der Wert 25(OH)D gemessen wird.

Nein, aber viele Kinder haben suboptimale Werte, besonders in den Wintermonaten oder bei wenig Sonne

Überdosierungen mit Vitamin D sind selten und treten hauptsächlich dann auf, wenn die Verzehrsempfehlung laut Etikett langfristig und deutlich überschritten wird. Mögliche Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Nierenprobleme oder zu viel Kalzium im Blut. Daher sollte die Supplementierung ärztlich abgestimmt sein und bei höheren Dosierungen jedenfalls mit einer Messung des Spiegels kombiniert werden.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). (2018). Stellungnahme zur Vitamin-D-Supplementierung jenseits des zweiten Lebensjahres. https://www.dgkj.de/fileadmin/user_upload/Stellungnahmen/1804_EKSN_VitaminDnach2temLj.pdf

Kunz, C., & Zittermann, A. (2015). Vitamin D im Kindes- und Jugendalter in Deutschland: Dringlichkeit und Probleme der Umsetzung von Zufuhrempfehlungen. Monatsschrift Kinderheilkunde, 163, 776–782. https://www.paediatrie.at/images/Referatsleiter/Referat_Ernaehrungskommission/RichtlinienD/vitamin-d-im-kindes–und-jugendalter-in-deutschland-2016.pdf

Kinderärzte im Netz. (2023). VitaminDMangel – Rachitisprophylaxe. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/altersgruppen/das-erste-jahr/richtige-ernaehrung/vitamin-d-mangel-rachitisprohylaxe/

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ). (2023). Vitamin D – bei Säuglingen schnell überdosiert. https://www.akdae.de/fileadmin/user_upload/akdae/Arzneimitteltherapie/AVP/Artikel/2025-01/016.pdf

Misra, M., Pacaud, D., Petryk, A., Collett-Solberg, P. F., & Kappy, M. (2008). Vitamin D deficiency in children and its management: Review of current guidelines. Pediatric Endocrinology Reviews, 6(1), 107–118. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6502918/

Wagner, C. L., & Greer, F. R. (2008). Vitamin D deficiency in breastfed infants & the need for routine supplementation. Pediatrics, 122(2), 398–417. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3103147/

Holick, M. F., & Chen, T. C. (2008). Vitamin D deficiency: A worldwide problem with health consequences. The American Journal of Clinical Nutrition, 87(4), 1080S–1086S. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK532266/

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