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Pille absetzen: Tipps und was Sie beachten sollten

von Mag. Margit Weichselbraun
am 29.06.2022
Pille absetzen: Tipps  und was  Sie beachten sollten Pille absetzen: Tipps  und was  Sie beachten sollten

Egal ob Verträglichkeit, Kinderwunsch oder Pillenskepsis – es gibt viele Gründe, warum Frauen irgendwann mit dem Gedanken spielen, die Antibabypille an den Nagel zu hängen. Zu welchen Veränderungen das Absetzen der Pille führen kann und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier.

Die Antibabypille – Freiheit mit Kehrtwende

Hochzeit, Haus, Kind – so traditionell und linear sieht die Lebensplanung bei modernen Frauen oft nicht mehr aus. Auch wenn die Lebensplanung diesem Muster folgt, bestimmen Frauen von heute den Zeitplan dahinter selbst. Sie legen vermehrt Wert auf eine ausgezeichnete Ausbildung und bekommen ihre Kinder – sofern diese Teil des Lebensentwurfs sind – größtenteils in späteren Lebensjahren als ihre Mütter und Großmütter. Bedeutend zu dieser Entwicklung beigetragen hat die Einführung der Antibabypille vor rund 60 Jahren, die sich bis heute als meistverwendetes Verhütungsmittel im deutschsprachigen Raum etablierte. Doch ihre Beliebtheit ist mittlerweile einer leichten Kehrtwende unterlegen. So ist eine gewisse Pillenskepsis gerade bei jungen Frauen im Trend.

Wie wirkt die Pille auf den Hormonhaushalt?

Die Antibabypille ist ein hochwirksames Verhütungsmittel, das künstlich hergestellte Geschlechtshormone enthält. Die am häufigsten verwendete Mikropille ist eine Östrogen-Gestagen-Kombination, die ihre verhütende Wirkung auf dreierlei Weise entfaltet. Sie …

  • unterdrückt den Eisprung.
  • verändert den Zervixschleim im Gebärmutterhalskanal, wodurch Spermien nicht in die Gebärmutter eindringen können.
  • verhindert den monatlichen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und damit das Einnisten eines befruchteten Eies.

Minipillen und Gestagenpillen sind hingegen östrogenfreie Präparate, die lediglich Hormone aus der Gruppe der Gestagene enthalten. Diese Pillen wirken allen voran über einen veränderten Zervixschleim. Nicht jedes dieser Präparate verhindert jedoch den Eisprung.

Folgen: Was passiert, wenn man mit der Pille aufhört und wie verändert sich der Körper?

Hormone sind kleine Botenstoffe mit großer Wirkung. So wie die künstliche Einnahme von Geschlechtshormonen in unseren Hormonhaushalt eingreift und unsere Körperabläufe gravierend ändert, so geht auch deren Absetzen nicht spurlos an uns vorbei. Nach dem „Pillenstopp“ muss unser Körper erst wieder seine eigene natürliche Hormonbalance zurückerlangen. Diese Übergangsphase kann von Nebenwirkungen begleitet werden. Wie lange dieser hormonelle Umbruch dauert, ist hierbei von Frau zu Frau unterschiedlich. Bei manchen sind es einige Wochen, bei anderen wiederum Monate.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen mitunter:

  • unregelmäßige Zykluslängen
  • Schmier- und Zwischenblutungen
  • Veränderungen an Haut und Haar
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufbeschwerden
  • PMS

Doch viele Frauen berichten über positive Aspekte, die nach dem Absetzen der Pille auftreten können.

Zu diesen Vorteilen zählen: 

  • Lustgewinn. Durch die Pilleneinnahme wird der weibliche Körper in einen scheinschwangeren Zustand versetzt. Dieses hormonelle Korsett wirkt sich bei vielen Anwenderinnen auch auf ihre Sexuallust aus. Durch den Pillenstopp kann der weibliche Hormonhaushalt wieder seinen natürlichen Rhythmus ausleben. Bei vielen Frauen geht die wiedergewonnene Fruchtbarkeit mit einem sexuellen Lustgewinn einher.
  • Gewichtsabnahme. Abnehmen wie im Schlaf? Geht! Durch die Einnahme der Pille können im Körper östrogenbedingt 1 bis 2 kg Wasser gebunden werden, die nach dem Absetzen der Pille wieder wie von selbst verschwinden.
  • Körpergefühl: Viele Frauen fühlen sich durch das Absetzen der Pille befreiter. Gleichzeitig entwickeln viele unter ihnen auch ein besseres Gespür für ihren Körper – erleben, welchen Einfluss der naturgegebene Fruchtbarkeitszyklus eigentlich auf sie hat. 

Das müssen Sie beim Absetzen der Pille beachten

Wann der richtige Zeitpunkt zum Absetzen der Pille gekommen ist, muss jede Frau für sich selbst entscheiden. Frauen, die den Schritt in die „Hormonfreiheit“ wagen möchten, sollten im Vorfeld (im Falle einer Beziehung) den Partner in das Vorhaben einweihen sowie den Frauenarzt/die Frauenärztin zu Rate ziehen. In einem gynäkologischen Beratungsgespräch können sämtliche Fragen und die weitere Vorgehensweise geklärt werden. Wer noch kein Kind plant, kann sich über alternative Verhütungsmethoden informieren. Bei einer geplanten Schwangerschaft können hingegen entsprechende Voruntersuchungen durchgeführt werden.

Nach dem unmittelbaren Pillenstopp muss sich der weibliche Körper erst wieder an das Leben ohne künstliche Hormone gewöhnen. In dieser Umstellungsphase ist es empfehlenswert, den Körper zu entlasten, indem man den individuellen Stresspegel so niedrig wie möglich hält.

Wie der Körper dann schlussendlich auf das Absetzen reagiert, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Während die einen die Zeit nach dem Pillenstopp gut durchstehen, erleben andere wiederum eine körperliche und/oder emotionale Achterbahnfahrt. Nach einigen Wochen bis Monaten hat sich der natürliche Zyklus in der Regel wieder eingependelt.

Kann ich gleich nach dem Absetzen der Pille schwanger werden?

Ja. Nach dem Pillenstopp stellt sich die Fruchtbarkeit einer Frau unterschiedlich schnell wieder ein. Prinzipiell ist es jedoch bereits vor der ersten natürlichen Regelblutung möglich, dass es zum Eisprung und im Zuge dessen zu einer Schwangerschaft kommt.

Mikronährstoffe und Pille: Bei welchen Nährstoffen kann der Bedarf durch die Pille steigen?

Es gibt Frauen, die nach langer Pilleneinnahme von sich aus ein Bauchgefühl entwickeln, ihrem Körper ein vermehrtes Augenmerk schenken zu müssen. Aus nutritiver Sicht ist das Bauchgefühl nicht ganz unbegründet, denn tatsächlich kann die Antibabypille den Bedarf bestimmter Mikronährstoffe ankurbeln.

So wird unter der Pille vor allem Vitamin B6, aber auch Folsäure vermehrt gebraucht. Mit beiden Vitaminen sollte „frau“ stets gut versorgt sein. Während Vitamin B6, aber auch Folsäure nicht nur bei der Blutbildung eine wichtige Rolle. Das B-Vitamin hat sich auch – verdientermaßen – einen Namen als essenzielles Schwangerschaftsvitamin* gemacht. Darüber hinaus kurbelt die Pille auch den Bedarf an Vitamin B2, C sowie Magnesium an - allesamt Powerstoffe, die in unserem Körper den normalen Energiestoffwechsel unterstützen und dazu beitragen, Müdigkeit und Ermüden zu verringern.

* Folsäure trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei.

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Ohne Zweifel können Frauen in Verhütungsfragen auf die Antibabypille zählen. Dennoch sollten sich die Anwenderinnen im Klaren sein, dass die künstliche Hormonzufuhr ihren Bedarf an Mikronährstoffen hochschraubt. Durch den Fokus auf eine vitalstoffreiche, ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls zusätzliche Unterstützung durch ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel können Pillenanwenderinnen einen bestehenden Mangel vorbeugen.

Welche Mikronährstoffe unterstützen die hormonelle Balance nach der Pille?

Nach Absetzen der Pille nehmen die weiblichen Hormone wieder ihren natürlichen Lauf. Dies spiegelt sich auch auf körperlicher und emotionaler Ebene wider. Die gute Nachricht: Es gibt nutritive Wege, um die Frau in ihrem Frausein zu unterstützen. Ein Geheimtipp ist hierbei Mönchspfeffer, der vor und während der Menstruation zur Aufrechterhaltung des Wohlbefindens beiträgt – jedoch nicht bei bestehender hormoneller Verhütung (z. B. Antibabypille) verwendet werden sollte. Einen perfekten Teamplayer findet der pflanzliche Gehilfe in Vitamin B6, das dabei unterstützt, die Hormontätigkeit zu regulieren. Um den weiblichen Alltag mit Schwung zu meistern, arbeiten zudem Magnesium, Eisen und Vitamin B2 eng zusammen, die bei der Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung eine Rolle spielen.

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Fazit

Immer mehr Frauen entscheiden sich dafür, die Antibabypille abzusetzen. Der plötzliche Hormonstopp bedeutet für den weiblichen Hormonhaushalt eine enorme Umstellung. Die damit verbundenen Nebenwirkungen sind jedoch meist nur vorübergehender Natur. Frauen, die weiterhin mit der Pille verhüten möchten, können den Verhütungsklassiker mit einer cleveren Nahrungsergänzung begleiten.

 

Literatur beim Verfasser

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