Mikronährstoffe

Melatonin Wirkung: Wie das Schlafhormon deinen Schlaf reguliert

Person liegt im Bett unter weißen Laken, Sonnenlicht und Schatten zeichnen Muster auf Gesicht und Haaren.

Mag. Margit Weichselbraun

27.11.20204 Min Lesezeit

Schlaf ist so natürlich – und doch nicht für alle selbstverständlich: für viele ist eine erholsame Nacht alles andere als garantiert. Laut der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung träumt rund ein Viertel der Österreicher:innen von einer ruhigen Nachtruhe. Ein wichtiger Faktor dabei könnte das körpereigene Hormon Melatonin sein – das „Schlafhormon“, das deinem Körper signalisiert, dass es Zeit zum Einschlafen ist. Aber wie wirkt es genau, und was kannst du tun, um deine Melatonin-Produktion zu unterstützen? Wir zeigen es dir!

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Die Wirkung von Melatonin – einfach erklärt

Melatonin wird hauptsächlich in der erbsengroßen Zirbeldrüse des Gehirns produziert, und zwar aus zwei wichtigen „Zutaten“: dem Glückshormon Serotonin und Dunkelheit. Bereits wenn die Dämmerung anbricht, beginnt der Melatonin-Spiegel im Blut anzusteigen, wobei der Höhepunkt in der Regel gegen drei Uhr nachts erreicht wird. Wenn es dunkel wird, wandelt der Körper Serotonin in das Schlafhormon Melatonin um, das uns hilft, zur Ruhe zu kommen. Bei Tageslicht hingegen wird die Melatonin-Produktion nahezu vollständig gestoppt.

In den frühen Morgenstunden übernimmt der natürliche „Gegenspieler“ von Melatonin, das Stresshormon Cortisol , die Kontrolle und leitet den Aufwachprozess ein. Cortisol bereitet uns aktiv auf den Tag vor, indem es uns leistungsfähig macht und aktiviert. Normalerweise sinkt der Cortisol-Spiegel abends wieder, und Melatonin übernimmt das Steuer, um uns in den Schlaf zu bringen. Doch bei chronischem Stress bleibt der Cortisol-Spiegel auch zu später Stunde zu hoch und stört das empfindliche Hormongleichgewicht. Cortisol hemmt Melatonin und sorgt so dafür, dass der Körper nicht richtig zur Ruhe kommt – kein Wunder also, dass Dauergestresste oft mit Schlafproblemen kämpfen.

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6 Tipps, wie du deinen Melatonin Spiegel erhöhen kannst

  1. Sonne und Tageslicht tanken
    Während des Tages kurbeln natürliches Sonnen- und Tageslicht die Bildung des „Wachhormons“ Serotonin an. Das weitläufig als Glückshormon bekannte Serotonin macht nicht nur wach, es verbreitet auch gute Laune, schmeichelt dem Wohlbefinden und verleiht Elan. Gleichzeitig dient Serotonin als Ausgangssubstanz für das nächtliche Melatonin. Deshalb vermuten Wissenschaftler, dass Menschen, die im Freien viel Tageslicht und Sonne tanken – und damit ihre Serotoninbildung anregen – nachts besser schlafen können.

  2. Licht anmachen unter tags
    Licht spielt eine zentrale Rolle bei der Regulierung unseres Tag-Nacht-Rhythmus. Fehlt uns tagsüber ausreichend Licht, kann unsere innere Uhr leicht aus dem Takt geraten. Umso wichtiger ist es, während des Tages natürliches Licht zu tanken. Es sorgt nicht nur für einen Frischekick, sondern regt auch die Bildung von Serotonin, der Vorstufe von Melatonin, an – und das ist entscheidend für einen gesunden Schlafrhythmus.

  3. Licht meiden vorm Schlafengehen
    Tagsüber darf es ruhig hell und energiegeladen sein, doch am Abend heißt es: Dunkelheit für deinen besten Schlaf. Schon kleinste Lichtquellen, wie ein LED-Wecker oder das entfernte Leuchten einer Straßenlaterne, können die Produktion von Melatonin stören – dem Hormon, das dir hilft, abzuschalten. Besonders das blaue Licht von Smartphones, Tablets und Co. kann in den Stunden vor dem Zubettgehen ganz schön hinderlich sein. Wenn du trotzdem nicht auf dein Gerät verzichten möchtest, hilft ein Blaulichtfilter oder der Nachtmodus, um deinen Schlaf nicht zu beeinträchtigen. So wirst du abends wieder richtig zur Ruhe kommen.

  4. Schlaf-Tipp: Nährstoffe für eine ruhige Nacht
    Kleinen Einschlafproblemen begegnen viele mit einem Glas Pflanzenmilch und Honig – ein bewährtes Hausmittel für Kinder. Doch auch Erwachsene können von der richtigen Nährstoffunterstützung profitieren, um besser in den Schlaf zu finden. Spezielle Nahrungsergänzungen wie Magnesium, die gezielt auf dein Nervensystem wirken, können dir helfen, schneller zur Ruhe zu kommen und die Nacht entspannt zu genießen. So schläfst du nicht nur schneller ein, sondern erholsamer und tiefer.

  5. Stress vermeiden
    Menschen, die abends noch sehr aktiv oder gestresst sind, finden schwerer in den Schlaf. Schuld daran ist das Stresshormon Cortisol, das die Melatonin-Produktion blockiert. Der Abend sollte daher ganz im Zeichen der Entspannung stehen.

  6. Unterstützung durch Melatonin Nahrungsergänzung
    Die körpereigene Substanz Melatonin ist mittlerweile auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Gezielt vor dem Schlafengehen eingenommen, kann 1 mg dazu beitragen, die Einschlafzeit verkürzen. 

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Fazit: Manchmal ist der Melatonin-Spiegel im Körper nicht ganz im Einklang mit dem, was für eine entspannte Nacht nötig wäre. Die Wirkung von Melatonin kann durch viele unterschiedliche Faktoren beeinflusst werden, wie der Tageszeit, dem Alter oder auch deinem aktuellen Lebensstil. Dein Schlaf wird von verschiedenen Aspekten geprägt – von der Schlafumgebung und Schlafhygiene bis hin zu Stress und gewohnten Lebensgewohnheiten. All diese Elemente können die Wirkung von Melatonin auf deinen Schlaf positiv oder negativ beeinflussen.

Margit Weichselbraun mit langen Haaren in einem schwarzen Kleid, mit verschränkten Armen in einem sanft beleuchteten Raum stehend. Schwarz-Weiß-Foto.

Mag. Margit Weichselbraun

Expertin Wissensmanagement, BIOGENA

Die faszinierende Welt der Mikronährstoffe und bewegende Gesundheitsthemen sind eine große Leidenschaft der studierten Ernährungswissenschaftlerin. Gekonnt zaubert die passionierte Wortschmiedin aus diversen wissenschaftlichen Quellen Beiträge, die umfangreiche Themen verständlich darlegen. Privat ist Margit Weichselbraun außerdem Vollblut-Mama zweier Kinder.

FAQs

Häufig gestellte Fragen zur Wirkung von Melatonin

Quellen:

Melatonin improves mitochondrial function in inguinal white adipose tissue of diabetic Zucker fatty rats. A Jimenez, G. Fernández, M Mohammed, R. Reiter, and A Agil. Journal of Pineal Research. 2014. 2014. May 27. doi: 10.1111/jpi.12147

Effect of melatonin supplementation on sleep quality: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Fatemeh, Gholami, et al. Journal of neurology. 2022.

Melatonin metabolism in the central nervous system. Hardeland, Rudiger. Current neuropharmacology. 2010.

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