Mikronährstoffe
Therapeutisches Brachland: Der Placebo-Effekt
VonRedaktion2 Min Lesezeit
Versandkostenfrei ab 19,90€
)
26.09.2017 • 1 Min Lesezeit
Unser Tun beeinflusst unsere Umwelt – im Großen wie im Kleinen. Auch in Bereichen, an die wir vielleicht noch nie gedacht haben. Wir betrachten im Folgenden, wie der Einsatz von Arzneimitteln die kommunalen Wasserversorger in Bedrängnis bringt, und gehen der noch nie ernsthaft gestellten Frage nach, warum sich die Klärwerk-Betreiber über die steigende Verwendung von Probiotika freuen könnten.
Dass Antibiotika die Resistenzproblematik in der Nahrungskette verschärfen, ist hinlänglich bekannt. Auch wissen wir, dass die Hormonreste von Anti-Baby-Pillen-Verwenderinnen letztlich in die Gewässer gelangen und die Fortpflanzungsfähigkeit von Wassertieren nachhaltig stören. Neue Messungen zeigen, dass Reste von Medikamenten nahezu flächendeckend und ganzjährig in Fließgewässern, aber auch in Boden- und Grundwasserproben nachgewiesen werden. Über 150 verschiedene Arzneistoffe werden derzeit in der Umwelt gemessen. Von vielen geht eine weitere Gefahr aus: Einige Substanzen bauen sich nicht ab, sondern reagieren mit anderen Stoffen aus der Umwelt. Was diese Komplexe bewirken, weiß derzeit noch kein Mensch. Die Klärwerke können selbst mit aufwendigen Reinigungsverfahren nicht alle Arzneimittelrückstände herausfiltern. Die Eliminierung aus der Umwelt müsste bereits bei der Entwicklung und Zulassung eines Arzneimittels eine Rolle spielen, so die Forderung der Wasserwirtschaft, der wir uns gerne anschließen.
Bakterien, die über unsere Ausscheidung und die Abwassersysteme in die Kläranlagen gelangen, sind ein anderes Thema. Klärschlämme sind ein eigenes ökologisches Biotop. Die Zusammensetzung und die Interaktion der Bakterienspezies ist für Klärsysteme von hoher Bedeutung, sorgen die Bakteriengemeinschaften doch für Abbau, Umbau und Eliminierung unserer Hinterlassenschaften. Die optimalen Bakteriengemeinschaften für die Klärwerk-Technologie stellen einen wichtigen, wenn auch wenig bekannten Forschungsschwerpunkt dar.
Viele Vertreter der Gattung Lactobacillus, die den menschlichen Darm besiedeln, wurden zunächst im Klärschlamm identifiziert. Diese guten, von uns hoch verehrten Lactobakterien sind nicht nur im Darm positiv tätig. Auch im Klärwerk sind sie hochwillkommen. Die anaeroben Keime verbessern beispielsweise die Biodegeneration von Klärmaterial und fördern die biologische Desinfektion von pathogenen Keimen – eigentlich genau so wie im Darm.
Auch epidemiologische Daten verbergen sich im Klärschlamm. Aus Menge und Art der pathogenen Keime kann indirekt auf den aktuellen Gesundheitsstatus einer Bevölkerung geschlossen werden. Monitoring und Frühwarnsysteme sind denkbar. Die neuen Methoden zur Gensequenzierung eröffnen vielleicht auch den Blick auf anderes. So wurden schon neue Virus-Arten entdeckt. Big Data an ungewöhnlichen Orten.
Ob wir Einzelpersonen durch einen höheren Probiotika-Konsum und ein verbessertes Mikrobiom einen Einfluss auf die Bakteriengemeinschaft einer Kläranlage haben, bleibt dahingestellt. Aber die Veränderung des Mikrobioms einer großen Bevölkerungsschicht könnte sich auf die Lactobazillen-Zusammensetzung der Klärschlämme durchaus positiv auswirken.
)
Das BIOGENA Redaktions-Team freut sich, dich über alle aktuellen Ereignisse und Unternehmens-News zu informieren: Presseartikel, Produktneuheiten uvm.
Melde dich für unseren Newsletter an, erhalte deinen persönlichen 10€-Gutschein und freue dich auf spannende Einblicke zu aktuellen Produktneuheiten, Gewinnspielen sowie Gesundheitstipps – so bist du auf deiner Wohlfühlreise bestens begleitet.