Biohacking & Longevity

Sauerstofftherapie: Was steckt wirklich dahinter?

Personen, die in einer Überdruckkammer Sauerstoffmasken tragen. Das Bild in der Mitte zeigt die Kammer mit der Aufschrift „BIOGENA“. Die Innenräume wirken klinisch und modern.

Daniel Donhauser

10.03.20269 Min Lesezeit

Kennst du diesen Moment kurz vorm Gipfel? Die Beine brennen, der Atem geht flach – und dann kommt sie: die Pause. Ein tiefer Zug frischer Bergluft, dein System beruhigt sich. Oder der Morgen, der alles abverlangt: Schlüssel fast vergessen, Herz rast, Luft fehlt. Spätestens dann spürst du, wie wichtig Sauerstoff für dein Gleichgewicht ist. Doch was passiert dabei im Körper? Wie funktioniert Sauerstofftherapie – und was hat sie mit Biohacking zu tun? Wir zeigen dir, was Sauerstoff in deinem Körper bewirken kann, welche Arten von Sauerstofftherapie & Sauerstofftraining es gibt – und wann welche Methode dich sinnvoll unterstützen kann.

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Das bewirkt Sauerstoff im Körper

Ohne Sauerstoff? Kein Leben. Er ist der Treibstoff, den dein Körper braucht, um aus Zucker & Co. überhaupt Energie zu gewinnen – und genau diese Power bringt dich durch deinen Alltag. Der Weg beginnt in deiner Lunge: Dort nehmen rote Blutkörperchen den Sauerstoff auf und transportieren ihn über den Blutkreislauf in jede Zelle deines Körpers. Dort angekommen, geben sie ihn weiter – dorthin, wo er gebraucht wird: für Energie, Regeneration und vieles mehr. Sauerstoff ist damit nicht nur wesentlich, um deinen Stoffwechsel auf Trab zu halten und dein Blut geschmeidig zu machen, sondern auch, damit all deine Organe richtig funktionieren. Umgekehrt bedeutet das: Ein Mangel an diesem essenziellen Vitalstoff kann zu vielfältigen Zell- und Organschäden führen.

Eine optimale Versorgung deines Körpers mit Sauerstoff ist damit äußerst wichtig. Und genau deswegen sind in den vergangenen Jahren einige Sauerstofftherapien und -trainings entstanden. Sie können sowohl Menschen helfen, die an Erkrankungen aufgrund eines chronischen Sauerstoffmangels leiden als auch solchen, die sich mehr Energie und ein besseres Immunsystem wünschen.

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Vorteile von Sauerstofftherapien & Trainings

Ziel einer jeden Sauerstofftherapie ist es, die Sauerstoffkonzentration im Blut zu erhöhen. Dadurch ergeben sich etliche Vorteile:

  • Mehr Energie: Du bist energiegeladener und leistungsfähiger.

  • Weniger Beschwerden: Direktes Training der Lunge kann Symptomen von COPD oder Lungenfibrose entgegenwirken.

  • Unterstützung bei Sport: Damit lässt sich die Regeneration nach körperlicher Anstrengung beschleunigen – du bist also rascher wieder einsatzbereit.

  • Stärkeres Immunsystem: Von mehr Sauerstoff im Blut profitieren auch deine Abwehrkräfte.

  • Raschere Wundheilung: Da dadurch die Neubildung von Gewebe und die Durchblutung angeregt werden, heilen Verletzungen und Entzündungen mitunter schneller ab. Darüber freuen sich all deine Organe, inklusive deiner Haut.

  • Bessere Fruchtbarkeit: Sauerstofftherapien können die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen erhöhen, indem sie die Vitalität der Eizellen und Spermien verbessern.  

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Kurzzeit- und Langzeit-Maßnahmen

Jetzt stellt sich noch die Frage: Welche Sauerstofftherapien und -trainings gibt es überhaupt? Zunächst gilt es dabei zwischen Kurzzeit- und Langzeit-Sauerstofftherapien zu unterscheiden:

  • Kurzzeit-Sauerstofftherapien: Bei dieser Variante wirst du von medizinischem Fachpersonal oder in einem Gesundheitszentrum für einen begrenzten Zeitraum mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. In der Regel handelt es sich dabei lediglich um ein paar Stunden oder Tage. Eine solche Therapie bietet sich an, wenn du gerade eine Operation hinter dir hast, deine Lungenfunktion vorübergehend eingeschränkt ist oder du ständiger Abgeschlagenheit entgegenwirken willst.

  • Langzeit-Sauerstofftherapien: Wer hingegen an chronischen Erkrankungen leidet, die meist die Lunge oder das Herz betreffen, ist mitunter kontinuierlich auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen. Langzeit-Sauerstofftherapien können mittlerweile zu Hause durchgeführt werden, wobei es hierfür einen Sauerstoffkonzentrator braucht. Mithilfe einer solchen Langzeit-Therapie kann die Sauerstoffversorgung verbessert werden, jedoch stellt sie keine Heilung dar.

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Arten von Sauerstofftherapien und -trainings

Bei Sauerstofftherapien und -trainings kommt entweder reiner Sauerstoff, ein Ozon-Sauerstoff-Gemisch oder Luft zum Einsatz. Und auch sonst gibt es ein paar wesentliche Unterschiede:

  • IHHT: Hinter dieser Abkürzung versteckt sich das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training. Dabei wird deinem Körper abwechselnd Sauerstoff entzogen und dann wieder vermehrt zugeführt. Diese Methode eignet sich unter anderem dazu, den Fettstoffwechsel anzukurbeln, die Lungen- und Gefäßgesundheit zu optimieren, die Energie zu steigern und die Psyche zu unterstützen. Besonders spannend: IHHT wirkt direkt auf die Mitochondrien – die Kraftwerke deiner Zellen. Durch den Sauerstoffreiz können alte oder träge Mitochondrien aussortiert und die Bildung neuer, leistungsfähiger Zellkraftwerke angeregt werden. So wird dein Energielevel nicht nur kurzfristig gepusht, sondern langfristig auf stabilere Beine gestellt.

  • Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO): Bei diesem Verfahren erhält dein Körper nicht nur reinen Sauerstoff, sondern das Ganze geschieht auch noch unter erhöhtem Druck in einer speziellen Kammer. Dadurch löst sich mehr Sauerstoff im Blut und kann besser ins Gewebe gelangen.

  • Hämatogene Oxidationstherapie (HOT): 60–90 ml Blut – so viel wird dir bei dieser Variante aus der Armvene entnommen und dann einige Minuten lang in einem Gefäß mit reinem Sauerstoff präpariert. Schließlich bekommst du das aufbereitete Blut wieder über die Vene zurück. Das Ganze dauert nicht mehr als eine halbe Stunde, oft braucht es aber mehrere Sitzungen, um Effekte festzustellen.

  • Oxyvenierung: Bei dieser Behandlungsform wird der Sauerstoffgehalt dadurch erhöht, dass geringe Mengen direkt als Infusion ins Blut eingebracht werden. In Summe sind es zirka 10–60 ml, die so in eine Vene kommen. Dies geschieht langsam und behutsam, damit sich der Sauerstoff gut im Blut verteilen kann.

  • Ozon-Sauerstofftherapie: Eine besonders reaktionsfreudige Form des Sauerstoffs ist Ozon, wobei medizinisches Ozon aus reinem Sauerstoff und einer bestimmten Menge Ozon zusammengemischt wird. Diese Konzentration wird entweder direkt in den Muskel, unter die Haut oder in eine Vene gespritzt oder mit Eigenblut kombiniert. Sie kann sodann die Fließeigenschaften sowie die Sauerstoffabgabe der roten Blutkörperchen positiv beeinflussen.

  • Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie: In drei Schritte gliedert sich diese Sauerstofftherapie. Zunächst bekommst du Vitamine und Mineralien verabreicht, damit du den Sauerstoff besser aufnehmen kannst und leistungsfähiger bist. Dann wird mit einer Sauerstoff-Inhalation über eine Nasensonde gestartet. Später kommt körperliche Belastung, zum Beispiel ein Ergometer, hinzu.

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IHHT vs. hyperbare Sauerstofftherapie

Zwei Methoden stehen dabei besonders im Fokus: das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) und die hyperbare Sauerstofftherapie. Beide kommen immer häufiger zum Einsatz – und genau deshalb schauen wir sie uns jetzt etwas genauer an.

Kategorie

IHHT Therapie

Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO)

Funktionsweise

Besonders niedrige Sauerstoffmengen wechseln sich mit besonders hohen Dosen ab – Hypoxie trifft Hyperoxie.

Reiner Sauerstoff wird unter erhöhtem Umgebungsdruck eingeatmet.

Was passiert im Körper?

Der Körper erlebt Bedingungen wie in großer Höhe – das trainiert den Stoffwechsel und fördert die Anpassungsfähigkeit.

Der erhöhte Druck sorgt dafür, dass mehr Sauerstoff im Blut und Gewebe gelöst wird.

Vorteile

Stärkt das Herz-Kreislauf-System

Kurbelt den Stoffwechsel an

Unterstützt beim Fettabbau

Fördert die Lungengesundheit

Verbessert die Leistungsfähigkeit

Unterstützt die Neubildung von Mitochondrien

Begünstigt das Herz-Kreislauf-System

Fördert die Wundheilung

Unterstützt das Immunsystem

Bekämpft Infektionen und Entzündungen

Kann Gasblasen im Körper verkleinert

Fördert die Aktivität der Mitochondrien

Geeignet für

Menschen, die sich nach mehr Energie sehnen sowie Menschen mit CRF

Menschen, die Körperfett verlieren möchten

Menschen mit Kinderwunsch

Sportler:innen als Höhentraining

Menschen mit Infektionen oder Entzündungen

Menschen, die ihr Immunsystem stärken möchten

Personen mit Gasbläschen im Körper

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3 Tipps für den Alltag, um mehr Sauerstoff ins Blut zu bekommen

  1. Bewusst einatmen: Es klingt banal und doch vergessen wir in hektischen Zeiten oft auf das, was da so unbemerkt nebenbei passiert: das Atmen. Erinnere dich wieder öfter zwischendurch an dieses Wunderwerk der Natur und atme tief ein und dann langsam wieder aus. So gönnst du deinem Organismus nicht nur eine Pause, sondern bekommst auch mehr Sauerstoff in die Lunge.

  2. Aktiv sein: Ein Verbündeter deinerseits bei der Mission „Mehr Sauerstoff“ ist Bewegung. Denn regelmäßige körperliche Aktivität kann dir dabei helfen, den Sauerstoffgehalt in deinem Blut zu erhöhen. Der Grund: Ob joggen, Mountainbiken oder Yoga – wenn du aktiv bist, benötigen deine Muskeln mehr Sauerstoff. Dadurch schlägt dein Herz schneller, du atmest rascher und beförderst so mehr Sauerstoff in deinen Körper.

  3. Richtig ernähren: Auch die Ernährung hat ein Wörtchen mitzureden – das hättest du wahrscheinlich nicht erwartet, oder? Fakt ist aber: Ein ausgewogener Speiseplan kann dazu beitragen, dass dein Organismus Sauerstoff besser aufnehmen kann. Vor allem Eisen, Vitamin B12 und Folsäure sind jetzt gefragt.  

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Die Atmung als nur einer von vielen Biohacks

Sich wieder mehr auf die Atmung zu konzentrieren und gezielt Sauerstoff in den Organismus zu bekommen – das ist nicht nur gesund, sondern bringt dich auch wieder näher zu deinen Wurzeln. Als Mensch. Zu einer Lebensweise, die unsere schnelllebige Welt immer öfter in den Hintergrund drängt, die aber wichtig für unsere Gesundheit ist. Und genau hier setzt Biohacking an – eine Mischung aus moderner Wissenschaft und uralten Praktiken. Durch gezielte Maßnahmen, die sich nicht nur auf die Atmung beziehen wie z.B. Breathwork, kannst du dich so in Bestform bringen.

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Fazit:

Mit mehr Achtsamkeit, regelmäßiger Bewegung, gezielter Atmung und einer nährstoffreichen Ernährung lässt sich dein Sauerstoffhaushalt bereits positiv beeinflussen. Und wer noch gezielter unterstützen möchte, findet in modernen Sauerstofftherapien und -trainings eine wirksame Ergänzung. Ob zur Aktivierung, Regeneration oder Prävention – sie holen mehr aus deiner Atmung heraus, als du vielleicht denkst.

Eine Person in einem schwarzen T-Shirt steht in einem minimalistischen Raum mit einer modernen Skulptur auf einem Sockel und einer geschwungenen Treppe im Hintergrund.

Daniel Donhauser studierte Volks- und Betriebswirtschaft. Als ehemaliger Strategieberater im Krankenkassen- und Healthcare-Bereich hat er schon früh die Herausforderungen unseres aktuellen Gesundheitssystems kennenlernen müssen. Nach einer Station als Chief Commercial Officer bei EGYM, einem Fitness-High-Tech Start Up aus München, hat Daniel seinen Wunsch nach mehr Gesundheit durch eine eigene Gründung umgesetzt. Heute betreiben er und sein Geschäftspartner mit MAIKAI sechs eigene Trainings- und Therapiezentren bzw. ist Daniel Co-Founder der BIOGENA-Biohacking Labs, im Zuge deren mehrere Biohacking Labs im deutschsprachigen Raum betrieben werden. 

FAQs

Häufig gestellte Fragen zum Thema Sauerstofftherapie

Quellen:

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