Mikronährstoffe

Die Biotin-Frage

Nahaufnahme einer Pipette, die blaue Flüssigkeit in eine Reihe schräg stehender Reagenzgläser in einer Laborumgebung tropft.
Redaktion

29.11.20192 Min Lesezeit

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Wie Behörden Verunsicherung statt Klarheit schaffen

Das wasserlösliche Vitamin D-Biotin zählt zu den B-Vitaminen und wird zur Behandlung von Erkrankungen in Form von Arzneimitteln sowie zur Sicherung der täglichen Zufuhr als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Auch einige Kombinationspräparate enthalten D-Biotin.

In einem Rote-Hand-Brief aus dem Mai 2019 und in einer Stellungnahme des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung aus dem November 2019 wird auf eine mögliche Interferenz von Biotin mit klinischen Laboruntersuchungen hingewiesen. So können Laboruntersuchungen, deren Testprinzip auf einer Streptavidin-Biotin-Wechselwirkung beruht, unter Biotin-Substitution falsch erhöhte oder falsch erniedrigte Werte zeigen. Allerdings wurde dies bisher nur bei sehr hohen Dosierungen tatsächlich beobachtet.

Der tägliche durchschnittliche D-Biotin-Bedarf wird mit 30–60 µg angegeben. An dieser Dosierung orientieren sich die meisten Nahrungsergänzungsmittel. In der Regel werden Tagesdosen bis zu 150 µg D-Biotin eingesetzt. Bei speziellen Präparaten kann die Dosierung höher liegen. Bei Biotinmangel, bei Störungen des Haar- und Nagelwachstums und bei Autoimmunerkrankungen werden Arzneimittel mit Dosierungen von 100 mg bis 300 mg eingesetzt (also ca. um den Faktor 10.000 höher als der Tagesbedarf). Für diese hohen Dosierungen sind falsche Laborwerte nachgewiesen.

Die Veröffentlichungen des deutschen Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und des Bundesinstituts für Risikobewertung erwecken nun allerdings den Anschein, bereits bei Dosierungen ab 150 µg/Tag könnten Interferenzen auftreten. Woher dieser Wert stammt ist rätselhaft, denn es existieren keine Daten für diese niedrigen Werte – was das BfArM auch in einem Nebensatz feststellt.

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung sieht auch unser Partnerlabor GANZIMMUN Diagnostics AG die Tagesdosis von 150 µg/Tag als unbedenklich für die Laboruntersuchungen an. Dieser Auffassung schließen wir uns an.

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BIOGENA-Präparate und Biotin

Bis auf vier Ausnahmen enthalten Biogena-Präparate ≤150 µg Biotin in der Tagesdosis. Sie brauchen daher nicht vor einer Blutentnahme abgesetzt werden.

Hier die Übersicht über Biogena-Produkte mit mehr als 150 µg/Tagesdosis:

Kapseln / Tag

D-Biotin gesamt

D-Biotin Formula

1

 2500 µg

Neurogesan® B-Komplex active Gold

1

750 µg

Antistress Formula®

1

450 µg

Griffonia 50 Serolution®

2

300 µg

Panto-H-Gena®

1

2500 µg

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Fazit

Fazit: Sicher ist es von Behördenseite wichtig, auf die möglichen Interferenzen von Biotin und Immunoassays hinzuweisen. Allerdings wären eine stärkere Beachtung und Präzisierung der Dosierungen wünschenswert. Die ausgelösten Verunsicherungen gehen immer zulasten der Patienten und ihrer Therapeuten.

GANZIMMUN Diagnostics AG: Laborinformation zum Thema D-Biotin. Oktober 2019:  Download

BIOGENA-Logo mit einer stilisierten Figur in einem blauen Kreis vor weißem Hintergrund.

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