Duftende Blätter, farbenprächtige Blüten, kugelrunde Früchte. In der freien Natur weiß Mönchspfeffer mit seinem charakteristischen Aussehen zu begeistern. Aber nicht nur dort! Auch in der Küche macht der Strauch eine gute Figur – als milde Alternative zu schwarzem Pfeffer. In diesem Blogbeitrag wollen wir dir aber vor allem sein gesundheitliches Potenzial näher vorstellen. Denn egal, ob für Frauen oder Männer – von der stimulierenden und regulierenden Wirkung des Mönchspfeffers profitieren alle.
Mönchspfeffer – was ist das?
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Keuschbaum oder Vitex Agnus-Castus – die Pflanze, die wir uns gleich näher anschauen wollen, hat viele Namen. Womöglich hängt das mit ihrer langen Geschichte zusammen, denn der Strauch wird bereits seit der Antike geschätzt.
„Agnus-Castus“ heißt auf Latein „keusches Lamm“. Und dieser Name war lange Zeit Programm. Denn dem Mönchspfeffer sagte man früher vor allem eine libidosenkende Wirkung nach. Daher nutzten Mönche die Früchte, um damit ihr sexuelles Verlangen zu zügeln. Keuschheit to go also. Daraus entstanden wiederum die Übersetzungen „Keuschlamm“ oder „Keuschbaum“. Daneben hielt der Strauch Einzug in die Klosterküche: Durch die milde Schärfe und herbe Note ist Keuschlamm ein optimaler Ersatz für schwarzen Pfeffer. Ebenso wurde Mönchspfeffer immer öfter bei Verletzungen und anderen Beschwerden unterstützend eingesetzt.
Heimisch ist der Mönchspfeffer vor allem am Mittelmeer, etwa in Spanien oder Italien. Zudem wächst er in Südwestasien und auf der Krim. Seine oft violett-blauen Blüten und die aromatischen Blätter erinnern an Lavendel, Salbei oder Rosmarin. Kein Wunder, denn mit genau diesen Kräutern ist Keuschlamm eng verwandt, zählt er doch ebenso zur Familie der Lippenblütler.
Wie wird Mönchspfeffer verarbeitet?
Vor allem die Früchte des Mönchspfeffers sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Daher werden diese zwei bis drei Millimeter großen Samen, die optisch an Pfefferkörner erinnern, zu allerlei gesundheitsfördernden Produkten verarbeitet. Die Palette reicht dabei von Tee über Tropfen bis hin zu Tabletten und Kapseln.
Wie wirkt Mönchspfeffer? Allgemeine Vorteile im Überblick
Den Mönchspfeffer und seinen einzigartigen Inhaltsstoff-Mix umweht seit jeher eine mystisch-magische Aura. Auch heute noch ist der Wirkungsmechanismus des Keuschlamms und seiner Früchte noch nicht zur Gänze entschlüsselt. Studien weisen darauf hin, dass es die enthaltenen Diterpene in sich haben und, ähnlich wie das körpereigene Dopamin, auf den Hormonhaushalt einwirken. Vereinfacht gesagt bringen diese Ordnung ins hormonelle Chaos. Daher ist Mönchspfeffer vor allem bei Beschwerden, die mit einem hormonellen Ungleichgewicht zusammenhängen, eine Geheimwaffe.
Da sich ein gestörter Hormonhaushalt auch auf deine Psyche auswirken kann, vertreibt Mönchspfeffer mitunter auch schlechte Laune und Stimmungsschwankungen.
Die Wirkung des Mönchspfeffers speziell bei Frauen
Frauen profitieren auf vielfältige Weise von der Wirkung des Mönchspfeffers. So kann dieser den Haushalt des Hormons Prolaktin beeinflussen. Dieser Botenstoff ist für die Milchbildung und das Wachstum der Brustdrüse verantwortlich – beides wichtige Faktoren bei einer Schwangerschaft. Bist du allerdings nicht schwanger, kann ein dauerhaft erhöhter Prolaktinwert deinen Zyklus durcheinanderbringen. Genau hier setzt Mönchspfeffer an und bringt Östrogen und Progesteron wieder in Balance.
Die Vorteile des Mönchspfeffers speziell bei Frauen im Überblick:
- Kann hormonelle Unstimmigkeiten ausgleichen: Sind Östrogen und Progesteron aus dem Gleichgewicht geraten, leidest du womöglich an Beschwerden wie PMS und PCO sowie deren Begleiterscheinungen, oder an Spannungsschmerzen in den Brüsten. Eventuell ist auch deine Menstruation unregelmäßig oder bleibt ganz aus. In solchen Fällen sorgt Mönchspfeffer wieder für Harmonie, indem er ausgleichend auf die Geschlechtshormone wirkt. Auch bei Wechseljahresbeschwerden sind die Früchte des Keuschlamms ein heißer Tipp.
- Kann bei einem Kinderwunsch helfen: Bleibt dein Kinderwunsch unerfüllt, können oft ebenso deine Hormone Schuld daran haben. Vor allem ein zu niedriger Progesteronspiegel macht es der befruchteten Eizelle beim Einnisten schwer. Mönchspfeffer kann deine Progesteron-Produktion unterstützen und könnte somit sogar die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen.
Achtung: Solltest du schwanger sein, halte von Mönchspfeffer Abstand! Denn die Heilpflanze könnte Komplikationen verursachen. Kombiniere Mönchspfeffer auch nicht mit der Anti-Baby-Pille, da beide Stoffe die Hormonregulation beeinflussen und somit Wechselwirkungen entstehen können. Im Zweifelsfall ist eine direkte ärztliche Abklärung zu empfehlen.
Auf Mönchspfeffer vertrauen: Darauf musst du bei der Einnahme & Dosierung achten
Du möchtest Mönchspfeffer in deinen Alltag integrieren? Dann besprich dies am besten vorab mit einem medizinischen Experten oder einer medizinischen Expertin, hole dir ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel und halte dich an die Dosierungsempfehlungen. Die empfohlene Tagesdosis liegt je nach Präparat und Beschwerdebild meist zwischen 20 und 40 mg.
Eine Prise Geduld brauchst du auch noch: Da es sich bei Mönchspfeffer, auch Keuschlamm genannt, um ein pflanzliches Nahrungsergänzungsmittel handelt, kann es mehrere Wochen bis Monate dauern, bis du die positiven Effekte spürst.
Nebenwirkungen von Mönchspfeffer
Mögliche Nebenwirkungen von Mönchspfeffer sind: Kopfschmerzen, Hautausschläge, Juckreiz, Schwindel und Magen-Darm-Beschwerden. Sollten sich solche Symptome bei dir bemerkbar machen, setze das Präparat umgehend ab. In den meisten Fällen ist Mönchspfeffer allerdings gut verträglich, Nebenwirkungen sind sehr selten.
Fazit:
Mönchspfeffer, Keuschlamm, Keuschbaum oder Vitex Agnus-Castus. Zugegeben: Das mag zunächst nach Hokuspokus klingen. Doch die Heilpflanze zählt speziell bei Frauen zu den gefragtesten pflanzlichen Arzneimitteln, um Ordnung ins hormonelle Chaos zu bringen. Wichtig ist, dass du eine Einnahme vorab unbedingt mit medizinischen Expert:innen besprichst. Solltest du schwanger sein, ist Mönchspfeffer jedoch nicht geeignet.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Mönchspfeffer
Mönchspfeffer wird auch als Keuschbaum, Keuschlamm, Liebfrauenstroh oder Tanis bezeichnet. Der lateinische Name für die Heilpflanze lautet Vitex Agnus-Castus.
Mönchspfeffer heißt so, weil Mönche die Pflanze im Mittelalter unter anderem als Ersatz für teuren schwarzen Pfeffer benutzten. Zugleich wurde dem Strauch und seinen Früchten eine libidosenkende Wirkung nachgesagt.
Als Keuschlammfrüchte werden die kugelförmigen, rot-schwarzen Früchte des Mönchspfeffers bezeichnet, der auch Keuschlamm oder Keuschbaum genannt wird. Sie ähneln kleinen Pfefferkörnern.
Ja, Keuschlammfrüchte sind das gleiche wie Mönchspfeffer. Mönchspfeffer ist dabei der gebräuchlichere Name für die Heilpflanze Vitex Agnus-Castus, während Keuschlamm oder Keuschbaum alternative Bezeichnungen sind. Der Name „Mönchspfeffer“ bezieht sich sowohl auf die Pflanze als auch auf ihre Früchte.
Mönchspfeffer kann den weiblichen Hormonhaushalt unterstützen, indem er die Ausschüttung des Hormons Prolaktin reduziert und damit ein hormonelles Ungleichgewicht harmonisiert. Deswegen wird die Heilpflanze meist bei Beschwerden, die mit einem gestörten Hormonhaushalt in Verbindung stehen, genommen. Dazu zählen Menstruationsstörungen wie PMS und PCO, Brustspannen, oder Stimmungsschwankungen. Auch kann der ausgleichende Effekt bei Kinderwunsch unterstützend wirken und in den Wechseljahren für Erleichterung sorgen.
Die Tageszeit der Einnahme ist nicht wichtig und kann frei gewählt werden. Die Wirkung entfaltet sich am besten bei kontinuierlicher Einnahme über mehrere Wochen bis Monate.
Erste Verbesserungen sind oft nach einigen Wochen spürbar. Generell empfiehlt sich bei Frauen eine Einnahme über mindestens drei Monatszyklen.
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