Haut & Beauty

Glycin Wirkung: Das solltest du wissen

von Mag. Kristiina Singer, MSc
am 16.02.2026
Blonde Frau mit strahlendem Lächeln, daneben die chemische Formel für Glycin

Glycin ist unscheinbar, aber wirkungsvoll: Die körpereigene Aminosäure unterstützt auf vielfältige Weise und fügt sich harmonisch in deinen Alltag voller Selfcare und Balance ein. Neugierig geworden? Dann schauen wir gemeinsam genauer hin: Wir nehmen dich mit in die Welt von Glycin, erklären dir, was hinter seiner Rolle steckt, warum die Kombination mit Kollagen so gut zusammenspielt – und wie du es easy in deine Routine integrieren kannst.

Die Wirkung von Glycin

Manche Held:innen brauchen kein Rampenlicht. Glycin ist genau so ein stiller Begleiter – unauffällig, aber unverzichtbar. Diese körpereigene Aminosäure unterstützt genau dort, wo dein Wohlbefinden seine Basis hat:

  • In Haut und Bindegewebe, denn Glycin ist ein zentraler Baustein von Kollagen – dem Strukturprotein, das deiner Haut Spannkraft gibt.
  • Im Nervensystem, wo Glycin als beruhigender Neurotransmitter wirkt – für entspannte Signale im Kopf.
  • Im Stoffwechsel, bei der Bildung wichtiger Substanzen wie Glutathion, Kreatin und Gallensäuren – echte Schlüsselspieler für deine innere Balance.

Glycin für Haut & Haare – ein Baustein der Schönheit

Schöne Haut, starkes Bindegewebe, glänzendes Haar: All das beginnt bei Kollagen – und Glycin ist mittendrin. Als eine der drei Hauptaminosäuren im Strukturprotein Kollagen liefert es einen entscheidenden Baustein für das Fundament deiner natürlichen Schönheit.

Doch Glycin kann mehr als nur aufbauen – es wirkt auch im Hintergrund deiner körpereigenen Schutzmechanismen. Als Baustein von Glutathion, einem der zentralen Antioxidantien im Körper, leistet Glycin einen Beitrag zum zellulären Schutz vor oxidativem Stress. Zudem deuten erste wissenschaftliche Hinweise auch darauf hin, dass Glycin entzündungsregulierende Prozesse im Körper beeinflusst – ein weiterer möglicher Pluspunkt zum Erhalt von gesundem Gewebe.

Unterschied Kollagen & Glycin – und warum die Kombi gut ist

Kollagen ist ein komplexes Strukturprotein, das verschiedenen Geweben wie Haut, Bindegewebe, Knorpel und Muskeln ihre Form, Stabilität und Elastizität verleiht. Etwa jede dritte Aminosäure im Kollagenmolekül ist Glycin. Damit zählt sie zu den zentralen Bausteinen von Kollagen und bildet die Grundlage für Strukturkraft von innen und ist somit für die körpereigene Kollagenbildung unverzichtbar! Fehlt ausreichend Glycin, kann die Kollagensynthese ins Stocken geraten – aus diesem Grund kann eine kombinierte Einnahme von Kollagen und Glycin sinnvoll sein.

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Deshalb kombinieren wir hochwertiges Naticol® Kollagen mit Glycin und weiteren ausgewählten Nährstoffen – für maximale Wirksamkeit.

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Glycin für Psyche und Schlaf – innere Ruhe neu entdecken

Als hemmender Neurotransmitter wirkt Glycin beruhigend im zentralen Nervensystem – und hilft so, mental abzuschalten und den Tag sanft loszulassen.

Gerade in stressreichen Phasen oder abends, wenn dein Körper in den Ruhemodus wechseln möchte, unterstützt Glycin dein emotionales Gleichgewicht – für erholsames Einschlafen und einen entspannteren Start in den nächsten Tag.

Glycin & der Darm – Balance beginnt im Bauch

Glycin leistet auch im Darm wertvolle Unterstützung: Es trägt zur Bildung und Erhaltung der Darmschleimhaut bei – also genau dort, wo eine gesunde Darmbarriere entsteht. Erste Hinweise aus Tierstudien deuten zudem darauf hin, dass Glycin möglicherweise auch eine schützende Wirkung bei Darmentzündungen haben könnte. Diese spannenden Erkenntnisse bedürfen jedoch noch weiterer Forschung am Menschen.

Aber auch bei der Fettverdauung ist Glycin gefragt: Gemeinsam mit Taurin sorgt es dafür, dass Gallensäuren gut löslich bleiben – eine wichtige Voraussetzung für die Aufnahme von Fetten und die Ausscheidung von Cholesterin.

Noch mehr Funktionen: Glycin für Immunsystem, Leber & Co

Doch Glycin kann noch mehr – und vielleicht in Wirkbereichen, in denen du es nicht vermutest.

Blut: Glycin liefert Bausteine für Häm – einen Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Leber: In der Leber ist Glycin an Entgiftungsprozessen beteiligt – es hilft dabei, körperfremde Stoffe zu binden und abzubauen.

Muskulatur: Für die Produktion von Kreatin – wichtig für die Energieversorgung der Muskulatur – ist Glycin unentbehrlich.

Immunsystem: Auch dein körpereigenes Abwehrsystem zählt auf diese Aminosäure. Ersten Hinweisen zufolge kann Glycin u.a. Entzündungsreaktionen modulieren.

Glycin Wirkung für Frauen

Der weibliche Körper tanzt nach seinem eigenen Rhythmus – hormonell, zyklisch, individuell. Auch wenn es bisher keine speziell auf Frauen ausgerichteten Studien zu Glycin gibt, zeigt sich: Die vielseitige Aminosäure unterstützt oft dort, wo viele Frauen sich mehr Balance wünschen – beim Schlaf, mentalen Abschalten oder wenn es um zellulären Schutz geht.

Glycin-Einnahme

Kann man Glycin durch Lebensmittel aufnehmen oder nur durch Supplements?

Früher ganz normal, heute eher die Ausnahme: In traditionellen Ernährungsweisen wurden Tiere „von der Nase bis zum Schwanz“ genutzt – inklusive glycinreicher Teile wie Bindegewebe oder Knochenmark.

In der modernen westlichen Ernährung fehlen diese Bestandteile meist. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung fällt die Zufuhr oft noch geringer aus. Dadurch wird Glycin, ein Baustein der körpereigenen Kollagensynthese, seltener aufgenommen. Eine gezielte Ergänzung über hochwertige Supplements kann deshalb sinnvoll sein – vor allem, wenn glycinreiche Lebensmittel wie Knochenbrühe oder Gelatine kaum Teil deines Alltags sind.

Supplement-Einnahme-Empfehlung: So nimmst du Glycin richtig ein

Ob als Pulver oder in Kapselform – Glycin lässt sich flexibel in deine tägliche Routine integrieren. Viele Menschen schätzen die Einnahme am Abend, besonders wenn sie sanft zur Ruhe kommen und besser einschlafen möchten.

Wie viel Glycin für dich sinnvoll ist – und welche weiteren Nährstoffe die Aminosäure ideal ergänzen – hängt von deiner individuellen Lebenssituation und deinen persönlichen Zielen ab.

Fazit: Glycin mag oft im Hintergrund bleiben – doch genau darin liegt seine Stärke. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Die körpereigene Aminosäure ist an vielfältigen Prozessen beteiligt und fester Bestandteil unserer natürlichen Balance. Still, aber präsent. Unaufgeregt, aber vielseitig.

FAQs

Glycin erfüllt im Körper zahlreiche Funktionen: Es wirkt als hemmender (beruhigender) Neurotransmitter im Nervensystem, ist ein wesentlicher Baustein von Kollagen in Haut, Bindegewebe & Co, beteiligt sich an der Bildung von Glutathion, Kreatin und Gallensäuren und unterstützt Darmbarriere, Zellschutz sowie Immunsystem.

Nein. Glycin ist keine Zuckerart, sondern eine Aminosäure. Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen — chemisch völlig anders aufgebaut als Zucker (Kohlenhydrate).

Glycin gilt als mild-süßlich im Geschmack. Das spiegelt sich auch im griechischen Wort „glykys“ („süß“) wider — daher der Name „Glycin“.

Normalerweise nicht. Glycin wirkt eher beruhigend, da es die Noradrenalinfreisetzung dämpft. Nur in sehr seltenen Fällen – etwa bei genetischer Veranlagung oder starker Übererregung – wird ein möglicher Zusammenhang diskutiert, was eher auf eine zugrunde liegende Störung als auf Glycin selbst hindeutet.

Glycin gilt in üblichen Mengen als gut verträglich. Bei höheren Dosierungen kann es jedoch möglicherweise zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Bei Menschen, die Medikamente, insbesondere Psychopharmaka, einnehmen, ist im Vorfeld ärztlicher Rat sinnvoll.

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