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Was versteht man unter Testosteronmangel (Hypogonadismus)?
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon, das jedoch auch im weiblichen Körper eine wichtige Rolle spielt. Es beeinflusst unter anderem:
Die Entwicklung der primären Geschlechtsmerkmale
Muskelaufbau und Knochendichte
Libido und Fruchtbarkeit
Stimmung und Energielevel
Ein Testosteronmangel liegt vor, wenn der Körper nicht genügend Testosteron produziert. Die Diagnose basiert auf typischen Symptomen sowie niedrigen Testosteronwerten im Blut.
Primärer und sekundärer Testosteronmangel
Es gibt drei Arten des Testosteronmangels:
• Primärer Hypogonadismus: Hier liegt die Ursache in den Hoden selbst – sie produzieren zu wenig Testosteron.
• Sekundärer Hypogonadismus: Eine Störung im Gehirn (Hypothalamus oder Hirnanhangdrüse) verhindert, dass ausreichend Testosteron gebildet wird.
• Funktionaler Hypogonadismus: Hier sind die Hoden und die hormonregulierenden Gehirnregionen prinzipiell intakt, aber äußere Faktoren beeinflussen die Testosteronproduktion negativ (siehe Ursachen).
Die Bestimmung des luteinisierenden Hormons (LH) kann helfen, zwischen den ersten beiden Formen zu unterscheiden.
Testosteronmangel vs. Andropause
Oft wird der Testosteronabfall bei Männern mit der Andropause oder „männlichen Wechseljahren“ verglichen. Anders als bei Frauen geschieht dieser Hormonrückgang jedoch schleichend. Während der altersbedingte Testosteronabfall ein natürlicher Prozess ist, kann ein echter Testosteronmangel mit ausgeprägten Symptomen einhergehen.
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Testosteronmangel Ursachen: Alter & mehr
Ab dem 30. bis 40. Lebensjahr bilden Männern langsam, aber stetig weniger Testosteron. Dieser natürliche Prozess kann so minimal ausfallen, dass sich der Testosteronspiegel selbst im Seniorenalter noch durchaus in einem Normbereich befinden kann. Bei manchen Männern fallen die Testosteronwerte jedoch schneller ab – ein Rückgang, der von bestimmten Faktoren vorangetrieben wird und auch mit Beschwerden verbunden sein kann.
Zu „Feinden“ des Testosterons zählen:
Alkohol: Häufiger bzw. übermäßiger Alkoholkonsum kann sich negativ auf den Testosteronspiegel auswirken.
Stress: Durch ständigen Stress wird vermehrt Cortisol ausgeschüttet, das die Testosteronbildung senkt.
Bauchfett: Das in der Fachsprache Viszeralfett genannte intraabdominale Fett (= Bauchfett) produziert Botenstoffe, die die Testosteronproduktion hemmen. Darüber hinaus löst es auch bestimmte Stoffwechselprozesse aus, die Testosteron vermehrt in Estradiol (= weibliches Geschlechtshormon) umwandeln.
Chronische Erkrankungen: Auch chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus Typ 2, das Metabolische Syndrom oder bestimmte Krebsarten können einen Testosteronmangel auslösen.
Schwere Unterernährung: Unterernährung (z.B. Magersucht) bringt nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern den Hormonhaushalt ins Straucheln.
Bestimmte Arzneimittel: Bestimmte Arzneimittel, wie zum Beispiel Opoide (= Schmerzmittel), Kortikosteroide (= Entzündungshemmer), hormonelle Verhütungsmittel oder einige Antidepressiva, können den Testosteronspiegel senken.
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Symptome & Anzeichen bei Testosteronmangel
Ein Testosteronmangel kann sich unabhängig von Alter und Geschlecht durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Trägheit, depressive Verstimmungen und Konzentrationsstörungen abzeichnen. Auch die jeweilige Statur sowie das Gewicht können sich verändern. Während Knochendichte und Muskelmasse schmelzen, lagert sich vor allem im Bauchraum Fett ein. Bei Männern, die ihre Pubertät hinter sich haben, kann sich ein Testosteronmangel zudem durch folgende Symptome äußern:
Symptome beim Mann
Reduzierte Libido
Erektionsstörungen
Verkleinerte Hoden
Ggf. Fertilitätsprobleme
Verlust an Muskelmasse und -kraft
Reduzierte Knochendichte
Vermehrtes Bauchfett
Zunahme des Brustfetts
Vermehrtes Schwitzen bis hin zu Hitzewallungen
Schlaffere Haut
Ggf. Haarausfall, reduzierter Bartwuchs, weniger Scham- bzw. Achselbehaarung
Müdigkeit & Antriebslosigkeit sowie depressive Verstimmungen
Symptome bei der Frau
Auch Frauen benötigen Testosteron – wenn auch in geringeren Mengen. Ein Mangel kann sich bemerkbar machen durch:
Weniger Energie und Motivation
Libidoverlust
Stimmungsschwankungen
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Folgen von Testosteronmangel: Auswirkungen auf die Gesundheit
Ein unbehandelter Testosteronmangel kann das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen, darunter:
Osteoporose (verminderte Knochendichte)
Herz-Kreislauf-Probleme
Diabetes Typ 2
Depressive Verstimmungen und Antriebslosigkeit
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Testosteronmangel messen: Sicherheit durch einen Testosteron-Test
Zur Diagnose werden morgendliche Bluttests durchgeführt, da die Werte über den Tag schwanken.
Ab wann spricht man von einem Testosteronmangel?
Ein Testosteronmangel wird häufig diagnostiziert, wenn der Gesamttestosteronwert unter 300 ng/dL liegt. Referenzwerte können je nach Labor leicht variieren.
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Testosteronmangel beheben: Mittel & was du tun kannst
Ein gesunder Testosteronspiegel lässt sich durch einen ganzheitlichen Ansatz unterstützen. Dieser besteht aus einer Kombi aus Ernährung, bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen, Sport, Schlaf und mehr.
Testosteronmangel Behandlung (TRT)
Bei medizinisch bestätigtem Mangel kann eine Testosteronersatztherapie (TRT) helfen. Möglichkeiten sind:
Injektionen (Spritzen)
Gele oder Pflaster
Tabletten oder Implantate
TRT sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
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Kinderwunsch & Testosteronmangel
Achtung: Eine TRT kann die Spermienproduktion hemmen. Männer mit Kinderwunsch sollten sich vorab ärztlich beraten lassen.
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Muskelaufbau bei Testosteronmangel
Testosteron ist ein zentraler Faktor für den Muskelaufbau. Krafttraining kann helfen, Muskelabbau zu verlangsamen. Bei medizinischem Testosteronmangel kann eine TRT unterstützend wirken.
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Fazit: Testosteronmangel erkennen und handeln
Ein Testosteronmangel kann sich auf viele Aspekte des Wohlbefindens auswirken – von Muskelkraft und Energie bis hin zu Libido und Stimmung. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von natürlichen Altersprozessen bis hin zu äußeren Faktoren wie Stress oder Lebensstil. Eine fundierte Diagnose ist entscheidend, um gezielt gegenzusteuern. Neben medizinischen Therapien können Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf dabei helfen, den Hormonhaushalt zu unterstützen. Wer Anzeichen eines Testosteronmangels bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen – für mehr Vitalität und Lebensqualität.
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