Better Living
Prof. Beyreuther über die Risikofaktoren von Alzheimer
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05.04.2018 • 1 Min Lesezeit
Amerika, die kosmische Hintergrundstrahlung und das Post-it® haben eins gemeinsam: Sie wurden entdeckt, obwohl eigentlich etwas anderes gesucht wurde. Sei es der Superkleber, der nicht funktionierte und das Post-it® ermöglichte, die kosmische Hintergrundstrahlung, die beim Testen einer Antenne gemessen wurde, oder Amerika, wo Kolumbus bekanntlich auf der Suche nach dem indischen Kontinent landete.
Auch in der medizinischen Forschung ist die Serendipität weit verbreitet. Wir alle kennen die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming und seine verschimmelten Bakterienkulturen. Der Chemiker Albert Hoffmann war eigentlich auf der Suche nach einem Kreislaufstimulans, als er die halluzinogenen Effekte von LSD an sich selbst beobachtete. Und schließlich das Musterbeispiel Viagra, das zur Behandlung koronarer Herzerkrankungen erforscht wurde, aber aufgrund der besonderen Nebenwirkungen bei den männlichen Probanden eine völlig andere Bestimmung fand. Die Zulassung von Viagra zur Behandlung von Erektionsstörungen hat dem Pharmaunternehmen Pfizer Milliardengewinne beschert. Als eines von wenigen Medikamenten zählt es zu den „Blockbustern“, also denjenigen Arzneimitteln, die innerhalb eines Jahres über eine Milliarde US-Dollar umgesetzt haben.
Wir wollen kleiner Brötchen backen. Aber auch in unserem Bereich ist Serendipität möglich.
Ein Beispiel wäre Chondroitinsulfat (CS), ein nachgewiesener Wirkstoff zur Behandlung degenerativer Gelenkerkrankungen. Patienten, die hohe CS-Dosierungen einsetzen, haben auch weniger koronare Herzerkrankungen. Dieser Zusammenhang führt nun zu neuer Forschung. Und plötzlich fallen die Puzzleteile an die richtigen Plätze. Denn die Glykokalyx, die Schutzschicht des Endothels und Taktgeber für endotheliale Funktionen, besteht hauptsächlich aus Substanzen, die wir aus den Knorpelstrukturen kennen. Unter anderem Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat. Wen’s interessiert, mehr dazu im Fachartikel in der Märzausgabe der Biogena-Inside.
Auch die Erfahrungsheilkunde kann zu „absichtslosen Entdeckungen“ beitragen. Hier ist der engagierte Mediziner gefragt, der Hinweise von Patienten auf ungewöhnliche Effekte von Mikronährstoffen sammeln, eine intelligente Schlussfolgerung ziehen und zur Auswertung an uns weiterleiten sollte.
Die nächsten Jahre werden uns zeigen, ob Big Data und die Rechenkapazitäten moderner Computer den hochgeschätzten Dr. Zufall im Gesundheitsbereich ablösen können. Vermutlich nicht. Und so manch Überraschendes wissen wir bereits. Die Kundin, die einen Hyaluronsäure-Komplex für ihre Hautstruktur einsetzte und sich über das Verschwinden ihrer Kniebeschwerden wunderte, war mit ihrer Entdeckung einige Jahrzehnte zu spät dran.
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