Mikronährstoffe

Zink - essentiell aber oft vergessen

Nahaufnahme einer verwitterten Metalloberfläche mit verschiedenen Grautönen, Kratzern und Strukturen, die Abnutzungs- und Korrosionsspuren aufweist.
Redaktion

12.10.20171 Min Lesezeit

Noch immer steht das Spurenelement Zink im Schatten anderer Mineralien. Doch offensichtlich ist der labordiagnostische Blick auf den Zinkstatus eines Patienten sinnvoll, denn Zinkmangel ist weit verbreitet. Besondere Risikogruppen sind Schulkinder und ältere Menschen ab 65 Jahren, Personen, die regelmäßig Medikamente verwenden, Patienten mit gastrointestinalen Beschwerden und daraus resultierenden Resorptionsstörungen sowie Veganer und Vegetarier.

Bei Kindern kann Zinkmangel zu nachhaltigen Entwicklungs- und Reifestörungen führen. Der Mineralstoff ist an der Bildung von Wachstums- und Sexualhormonen beteiligt. Zink wird beim Mann zur Testosteronsynthese und Spermatogenese benötigt und im Prostatagewebe zum Schutz vor malignen Veränderungen angereichert. Wundheilungsprozesse und Immunkompetenz sind zinkabhängige Funktionen, die durch einen erniedrigten Zinkstatus beeinträchtigt werden. Zink spielt auch bei den Sinnesfunktionen eine tragende Rolle. Beeinträchtigungen und Veränderungen des Geruchs- und des Geschmackssinns gehören zu den typischen, frühzeitig auftretenden Symptomen eines Zinkmangels.

Zink liegt über 90 % intrazellulär vor. Die alleinige Bestimmung von Zink im Serum hat deshalb nur eingeschränkte Aussagekraft. Zwar weisen erniedrigte Serumwerte auf einen Zinkmangel hin, normale Serumwerte schließen diesen jedoch nicht aus. Unter diesem Gesichtspunkt könnte der Anteil der Bevölkerung mit kritischen Zinkwerten noch höher ausfallen als im Ernährungsbericht dargestellt.

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Zinkversorgung besonders bei jungen und alten Menschen kritisch

Die Zinkversorgung ist in der gesamten Bevölkerung problematisch. Besonders besorgniserregend ist der Zinkstatus jedoch bei Schulkindern (7–14 Jahre). Hier liegen 75 % der Buben und 61 % der Mädchen unter dem Referenzwert im Serum (13–19 µmol/l = 0,8–1,25 mg/l), ungefähr die Hälfte der Kinder weist sogar deutlich erniedrigte Zinkwerte auf. Auch bei den Senioren (65–80 Jahre) ist Zink ein Dauerthema, haben doch 60 % der älteren Männer und 62 % der Frauen Werte unterhalb des empfohlenen Referenzbereichs. Jeweils ein Drittel zeigt deutlich erniedrigte Werte.

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Quelle:

Bundesministerium für Gesundheit. Österreichischer Ernährungsbericht 2012.

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