Mikronährstoffe

Magnesium bei Angst und Depression: Kann das Mineral wirklich helfen?

Silhouettierte Person, die durch einen schwach beleuchteten Bereich mit gelb-schwarzem Chevron-Muster an der Wand und hellem Deckenlicht geht.

Mag. Margit Weichselbraun

25.06.20257 Min Lesezeit

Stress in der Arbeit, Hektik im Privatleben. Unsere schnelllebige Zeit verlangt einiges von uns ab. Und so hetzen wir oft nicht nur im beruflichen Leben von Aufgabe zu Aufgabe, sondern haben auch in der Freizeit alle Hände voll zu tun, um Pflichten und Hobbys gleichermaßen unterzubringen. Daneben gibt es immer mehr Menschen, die von verschiedensten Ängsten betroffen sind. Angst vor der Zukunft, vor Unüberwindbarem, vor Einsamkeit, finanziellem Ruin oder davor, nicht gut genug zu sein.

Die Auslöser für diese Sorgen, Paniken und Zweifel sind meist komplex. Fakt ist allerdings, dass dabei sehr oft ein wichtiges Spurenelement eine Rolle spielt: Magnesium. – und der Mineralstoff zeigt dabei sogar angstlösende Eigenschaften. Denn Magnesium und Angst bzw. Depressionen hängen eng zusammen. Wie genau, das verrät dir der Beitrag. Zudem zeigen wir dir, warum Magnesium bei Angstzuständen und -störungen helfen kann und wieso umgekehrt bei einem Mangel Niedergeschlagenheit und Unsicherheiten keine Seltenheit sind.

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Was ist Magnesium und wofür brauchen wir es?

Werfen wir zunächst einen kurzen allgemeinen Blick auf Magnesium – was ist das genau und wofür brauchen wir es? Nun, bei Magnesium handelt es sich um einen Mineralstoff. Dieser ist für uns Menschen lebenswichtig. Der Grund hierfür ist, dass Magnesium bei vielen Funktionen und Prozessen in deinem Körper seine Finger im Spiel hat. So sorgt der Mineralstoff für stabile Knochen und Zähne, reguliert die Stabilität, Durchlässigkeit und Teilung deiner Zellen, liefert Energie, steuert deinen Hormonhaushalt mit, schützt dein Herz, unterstützt deine Muskeln bei der Regeneration und ist an der Produktion des Glückshormons Serotonin beteiligt, welches dir gute Laune beschert. Ein wahrer Allrounder also – aber das ist noch nicht alles.

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Warum ein Magnesiummangel das Risiko von Depressionen und Ängsten erhöhen kann

Bist du von Ängsten und Sorgen geplagt und setzt dir Stress zu, versucht unser Körper dies auszugleichen. Die Folge: Er produziert vermehrt Stresshormone, die dich in Alarmbereitschaft versetzen. Dein Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an. Und auch der Magnesiumverbrauch erhöht sich. Unsere Vorfahren nutzten diese körpereigenen Mechanismen, um rasch zu handeln oder vor Feinden zu flüchten – und so zu überleben. Heute fehlt uns jedoch oft ein sinnvoller Einsatzbereich für diesen evolutionär entwickelten Überschuss an Stresshormonen – sie verbleiben zu einem großen Teil ungenutzt in deinem Körper. Um diese wieder abzubauen, benötigst du Magnesium.

In Summe bedeutet das also: In stressigen Situationen scheidet dein Körper mehr Magnesium ausund braucht daher auch mehr, um dies wieder auszugleichen. Handelt es sich dabei nur um eine kurzfristige Stressphase, so kommt dein Organismus in der Regel gut damit zurecht. Stehst du allerdings dauerhaft unter Druck, besteht die Gefahr, dass du einen Magnesiummangel entwickelst – und bei einem solchen haben Ängste und Depressionen leichtes Spiel.

Symptome und Risikofaktoren eines Magnesiummangels

Ein Magnesiummangel kann sich auf vielfältige Art und Weise äußern – sowohl auf körperlicher als auch psychischer Ebene. Wichtige Symptome sind:

  • Muskelkrämpfe und -zuckungen

  • Diabetes mellitus

  • Bluthochdruck

  • Verdauungsprobleme

  • Menstruationsbeschwerden und PMS

  • Osteoporose

  • Brüchige Fingernägel

  • Vermehrte Empfindlichkeit gegen Stress

  • Depressive Verstimmungen

  • Kopfschmerzen & Migräne

  • Schlafstörungen

  • Innere Unruhe

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle an Händen und Füßen

Vor allem die nervlichen und seelischen Warnhinweise machen bereits deutlich, welch großen Einfluss ein Magnesiummangel auf unsere Psyche haben kann. Umgekehrt bedeutet dies allerdings auch: Hast du deinen Magnesiummangel im Griff, so stehen die Chancen gut, dass du seltener mit solchen Beschwerden zu kämpfen hast. Schauen wir uns dies nun etwas genauer an.

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Welchen positiven Einfluss Magnesium bei Depressionen und Ängsten haben kann

Inzwischen kursiert einiges an Wissen rund um das Thema Magnesium und Angst. Viele Menschen fragen sich daher zu Recht: Hilft Magnesium gegen Depressionen und bei Angstzuständen? Studien offenbaren folgendes:

# Magnesium reguliert das Stresshormon Cortisol

In besonders stressigen Zeiten produziert dein Körper verstärkt das Stresshormon Cortisol, um besser mit der Anspannung umgehen zu können. Handelt es sich allerdings um chronischen Stress, so kann der dadurch dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel Angst und Depressionen begünstigen. Ein guter Zeitpunkt für Magnesium: Es senkt den Cortisolwert, indem es an dessen Abbau beteiligt ist und seine Freisetzung hemmt – ein möglicher Mechanismus für die angstlösende Wirkung von Magnesium.

# Magnesium wirkt positiv auf Neurotransmitter

Magnesium kann zudem dabei helfen, das Neurotransmitter-System zu harmonisieren. Bei Neurotransmittern handelt es sich um chemische Botenstoffe. Diese spielen eine fundamentale Rolle bei der Informationsübertragung zwischen Nervenzellen, indem sie ihre Botschaft durch das Andocken an einen Rezeptor weiterleiten. Bist du gestresst, so setzt dein Gehirn anregende Neurotransmitter frei – der bedeutendste unter ihnen ist die Neurochemikalie Glutamat. Wenn du dich wieder entspannst, übernehmen beruhigende Neurotransmitter, allen voran die sogenannte Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Gerät das Neurotransmitter-System jedoch aus dem Gleichgewicht, etwa durch eine Überzahl an anregenden Neurotransmittern, können deine Nerven überstrapaziert werden. Die Folge: Du fühlst dich gestresst oder ängstlich. Magnesium kann die Freisetzung von aktivierendem Glutamat dämpfen und gleichzeitig die Wirkung von beruhigender Gamma-Aminobuttersäure verbessern.

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BIOGENA Good Health Study

Auch wir von BIOGENA haben uns im Rahmen unserer „BIOGENA Health Study: Magnesium“, Europas umfangreichster Studie zu Mikronährstoffen, Gesundheit und Wohlbefinden, intensiv mit diesem Thema befasst. Diese Studie bestätigt einmal mehr, dass Magnesium eine wichtige Rolle im Bereich der psychischen Ausgeglichenheit einnimmt. Psychische Ausgeglichenheit hängt mit einer hohen Resilienz, einer damit verbundenen Stressreduktion, gesundem Schlaf und der Prävention von psychischen Erkrankungen zusammen. Ans Licht kam folgendes:

  • Höhere Magnesiumspiegel ab 35,0 mg/l im Vollblut korrelieren mit einer bis zu 6 % höheren Resilienz (= psychischer Widerstandskraft).

  • 74 % aller befragten Frauen und 49 % aller Männer unterschreiten allerdings diesen erstrebenswerten Schwellenwert.

  • Höhere Magnesiumkonzentrationen bei Frauen gehen mit geringeren Einschlafschwierigkeiten einher.

  • Eine Supplementierung von Magnesium senkt den Blutdruck.

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Magnesium zuführen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Du kannst Magnesium sowohl über die Nahrung als auch, begleitend dazu, in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu dir nehmen.

Nahrungsquellen

Magnesium ist in zahlreichen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Zu den wichtigsten Magnesiumlieferanten zählen Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Fisch und Meeresfrüchte. Auch Fleisch, Kartoffeln und Bananen können einen Beitrag zur Magnesiumversorgung leisten.

Nahrungsergänzungsmittel

Obwohl viele Lebensmittel Magnesium enthalten, kann das Decken des Bedarfs allein über die Ernährung eine Herausforderung darstellen. Bei einer suboptimalen Versorgung eilen Nahrungsergänzungsmittel zur Hilfe. Sie eignen sich vor allem als Unterstützung in anstrengenden Zeiten als auch dann, wenn du bereits unter einem Mangel leidest.

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Welches Magnesium ist am besten gegen Depressionen und Angstzustände?

Grundsätzlich lässt sich bei Magnesium zwischen organischen und anorganischen Verbindungen unterscheiden. Während organische Magnesiumverbindungen besser löslich sind, weisen anorganische eine schlechtere Löslichkeit auf, dafür allerdings auch einen höheren Magnesiumgehalt. Folgende zwei Magnesiumformen kommen beispielsweise gegen Depressionen und Angstzustände in Frage:

  • Magnesiumcitrat: Bei dieser gut aufnehmbaren Magnesiumform ist der Wirkstoff an Zitronensäure gebunden. Es handelt sich dabei um eine der bekanntesten Magnesiumarten.

  • MagnesiumglycinatBei Magnesiumglycinat ist der Mineralstoff an die Aminosäure Glycin gebunden. Dadurch wird Magnesium vom Körper als eine Aminosäure aufgenommen und konkurriert nicht, wie sonst üblich, mit anderen Mineralstoffen um die Aufnahme.

  • Magnesium-L-Threonat: Bei dieser Magnesiumverbindung ist der Wirkstoff an L-Threonsäure, einem Vitamin-C-Metaboliten, gebunden. 

  • Magnesium-Taurat: Diese Verbindung enthält die Aminosulfonsäure Taurin, die ebenfalls eine modulierende Wirkung auf das Nervensystem hat.

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Die richtige Magnesium-Dosierung

Um sicherzustellen, dass all deine Körperfunktionen, die auf Magnesium angewiesen sind, optimal funktionieren, empfehlen Expertinnen folgende Tagesdosis:

  • Für Männer: 400–420 mg

  • Für Frauen: 310–320 mg

Wovon die geeignete Dosierung abhängt  

Der tatsächliche Tagesbedarf hängt allerdings noch von weiteren Faktoren ab: Bist du beispielsweise sehr sportlich und setzt auf regelmäßige kraftvolle Trainings, dann benötigst du wahrscheinlich mehr. Gleiches gilt für Menschen, die im Alltag gefordert sind. Neue wissenschaftliche Arbeiten gehen außerdem davon aus, dass werdende Mamas einen erhöhten Magnesiumbedarf haben. Darüber hinaus leiden speziell Jugendliche und Menschen ab 50 Jahren oft an Magnesium-Unterversorgung, wodurch insbesondere diese Personengruppen mehr Magnesium zuführen sollten.

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Fazit: Magnesium kann ein Gamechanger beim Lindern von Depressionen und Ängsten sein

Magnesium ist ein Tausendsassa und unterstützt nicht nur stabile Knochen und Zähne, vitale Zellen, ein gut-funktionierendes Herz sowie reibungslose Muskelanspannung und -entspannung, sondern ist auch ein Gute-Laune-Booster, kann Ängste und Depressionen abschirmen und uns besseren Schlaf bescheren. Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Magnesiumlieferanten ist daher das A und O. In bestimmten Situationen kann auch die begleitende Einnahme von hochwertigen Nahrungsmittelergänzungen Trumpf sein. 

Margit Weichselbraun mit langen Haaren in einem schwarzen Kleid, mit verschränkten Armen in einem sanft beleuchteten Raum stehend. Schwarz-Weiß-Foto.

Mag. Margit Weichselbraun

Expertin Wissensmanagement, BIOGENA

Die faszinierende Welt der Mikronährstoffe und bewegende Gesundheitsthemen sind eine große Leidenschaft der studierten Ernährungswissenschaftlerin. Gekonnt zaubert die passionierte Wortschmiedin aus diversen wissenschaftlichen Quellen Beiträge, die umfangreiche Themen verständlich darlegen. Privat ist Margit Weichselbraun außerdem Vollblut-Mama zweier Kinder.

FAQs

Häufig gestellte Fragen zum Thema Magnesium & Angst

Quellen:

Serefko A, Szopa A, Poleszak E. Magnesium and depression. Magnes Res. 2016 Mar 1;29(3):112-119. doi: 10.1684/mrh.2016.0407. PMID: 27910808. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27910808/

Eby GA, Eby KL. Rapid recovery from major depression using magnesium treatment. Med Hypotheses. 2006;67(2):362-70. doi: 10.1016/j.mehy.2006.01.047. Epub 2006 Mar 20. PMID: 16542786. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16542786/

Tarleton EK, Littenberg B, MacLean CD, Kennedy AG, Daley C. Role of magnesium supplementation in the treatment of depression: A randomized clinical trial. PLoS One. 2017 Jun 27;12(6):e0180067. doi: 10.1371/journal.pone.0180067. PMID: 28654669; PMCID: PMC5487054. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28654669/

Kirkland AE, Sarlo GL, Holton KF. The Role of Magnesium in Neurological Disorders. Nutrients. 2018 Jun 6;10(6):730. doi: 10.3390/nu10060730. PMID: 29882776; PMCID: PMC6024559. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29882776/

Boyle NB, Lawton CL, Dye L. The effects of magnesium supplementation on subjective anxiety. Magnes Res. 2016 Mar 1;29(3):120-125. English. doi: 10.1684/mrh.2016.0411. PMID: 27869100. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27869100/

Rawji A, Peltier MR, Mourtzanakis K, Awan S, Rana J, Pothen NJ, Afzal S. Examining the Effects of Supplemental Magnesium on Self-Reported Anxiety and Sleep Quality: A Systematic Review. Cureus. 2024 Apr 29;16(4):e59317. doi: 10.7759/cureus.59317. PMID: 38817505; PMCID: PMC11136869. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38817505/

Boyle NB, Lawton C, Dye L. The Effects of Magnesium Supplementation on Subjective Anxiety and Stress-A Systematic Review. Nutrients. 2017 Apr 26;9(5):429. doi: 10.3390/nu9050429. PMID: 28445426; PMCID: PMC5452159. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28445426/

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