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Versteckter Hunger bei 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland
Dass der verborgene Hunger auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Problem darstellt, zeigen Verzehrstudien und klinische Daten. Während die Problematik bei älteren und geriatrischen Personen in der Diagnostik mittlerweile doch (aber bei Weitem noch nicht ausreichend) Beachtung findet, wird der Mangelernährung bei Kindern und Jugendlichen noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Denn in der Politik und der staatlichen Ernährungs- und Verbraucherberatung (und leider oft auch noch in der Medizin) überwiegt die Ansicht, unsere Lebensmittel würden uns ausreichend ernähren. Umso erstaunlicher, was in einer Pressemitteilung der deutschen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zu lesen ist: „Der versteckte Hunger tritt in Deutschland bei 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen auf, von denen etwa sechs Prozent als fettleibig eingestuft werden. Bei Kindern aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status ist der Wert fast dreimal so hoch.“
Diese Zahlen sollten nicht nur Kinderärzte alarmieren. Die negativen Auswirkungen einer unzureichenden Versorgung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und auf die spätere Leistungsfähigkeit und den lebenslangen Gesundheitsstatus sind hinlänglich bekannt. Der schnelle Ausgleich von Vitamin- und Mineralstoffmängeln zur Vermeidung langfristiger Schädigungen – als besonders kritisch werden Kalzium, Eisen, Jod, Zink, Vitamin D und Vitamin E angesehen – ist Sache des behandelnden Arztes und Therapeuten. Aufklärungsprojekte über gesunde Ernährung für Patienten, Schwangere, Mütter und ihre Kinder helfen punktuell. Aber Ernährungsprogramme und Ratschläge nützen wenig, wenn die empfohlenen Lebensmittel für den Einzelnen oder Familien nicht finanzierbar sind. Mit dem mantraartig gebrauchten Argument, jeder könne sich gesund ernähren und in Deutschland gebe es keinen Mangel, ist Menschen an der Armutsgrenze wenig geholfen. Hier ist sowohl die Sozial- als auch die Gesundheitspolitik gefragt. Die erste Anlaufstelle wird aber immer der Arzt bleiben, der während der Diagnose aller Patienten, nicht nur der Kinder und Jugendlichen, auch den Mikronährstoffstatus in Betracht ziehen sollte.
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Fazit
Übergewicht und Hidden Hunger sind ernstzunehmende Probleme, die Industrienationen und Schwellenländer gleichermaßen betreffen. Aber während die Unterernährung in den noch weniger entwickelten Ländern im Fokus der Ernährungspolitik steht, wird in den Industrienationen – allen voran in Deutschland und Österreich – weitgehend ignoriert, dass 15 % der heimischen Kinder und Jugendlichen subklinische Mängel zeigen. Es wird Zeit, sich dieser Tatsache zu stellen.
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