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Das Wichtigste in Kürze
Rund 44 Prozent der Erwachsenen weltweit tragen Helicobacter pylori
Die Infektion verursacht eine chronisch-aktive Entzündung der Magenschleimhaut, bleibt jedoch häufig symptomlos
Mögliche Beschwerden sind Schmerzen oder Brennen im Oberbauch, Übelkeit, Völlegefühl und Appetitlosigkeit
Ein Atemtest, Stuhltest oder eine Gastroskopie können zum Nachweis eingesetzt werden
Eine bestätigte Infektion muss ärztlich beurteilt und gegebenenfalls mit einer Eradikationstherapie behandelt werden
Ernährung kann Beschwerden beeinflussen, den Magenkeim aber nicht beseitigen
Bei chronischer oder atrophischer Gastritis können unter anderem Eisen- und Vitamin-B12-Mangel auftreten
Der inaktivierte Bakterienstamm Limosilactobacillus reuteri DSM17648 wurde in klinischen Studien im Zusammenhang mit Helicobacter pylori untersucht. Daraus ergibt sich kein Ersatz für die medizinische Standardtherapie
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Was ist Helicobacter pylori?
Helicobacter pylori, abgekürzt H. pylori, ist ein spiralförmiges Bakterium, das die Schleimhaut des menschlichen Magens besiedeln kann. Mithilfe des Enzyms Urease erzeugt es in seiner unmittelbaren Umgebung Bedingungen, unter denen es trotz der Magensäure überleben kann.
Die Ansteckung erfolgt vermutlich meist bereits in der Kindheit und vor allem von Mensch zu Mensch. Der genaue Übertragungsweg ist nicht in allen Einzelheiten geklärt. Diskutiert werden insbesondere oral-orale und gastro-orale Übertragungswege. Hygiene, Wohnverhältnisse und die sozioökonomischen Bedingungen während der Kindheit beeinflussen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion.
Ohne Behandlung kann H. pylori über Jahrzehnte im Magen verbleiben.
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Wie häufig ist Helicobacter pylori?
Eine große internationale Metaanalyse schätzte die weltweite Prävalenz bei Erwachsenen für die Jahre 2015 bis 2022 auf rund 43,9 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen lag sie bei etwa 35,1 Prozent. Regional bestehen allerdings erhebliche Unterschiede.
In vielen europäischen Ländern ist die Prävalenz in jüngeren Generationen gesunken. Bei älteren Menschen sowie bei Personen, die ihre Kindheit in Regionen mit höherer Verbreitung verbracht haben, wird H. pylori deutlich häufiger nachgewiesen.
Eine einzige Prozentzahl kann daher nicht die Situation aller Bevölkerungsgruppen eines Landes abbilden. Alter, Herkunft, Lebensbedingungen während der Kindheit und der verwendete Test beeinflussen die ermittelte Prävalenz.
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Wie hängen Helicobacter pylori und Gastritis zusammen?
Eine Infektion mit H. pylori verursacht eine chronisch-aktive Entzündung der Magenschleimhaut. Medizinisch handelt es sich damit um eine H.-pylori-assoziierte Gastritis.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Betroffene Beschwerden verspürt. Bei vielen Menschen bleibt die Entzündung über lange Zeit klinisch unauffällig. Bei einem Teil der Infizierten können im weiteren Verlauf Erkrankungen wie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre auftreten.
Die World Gastroenterology Organisation beziffert das individuelle Lebenszeitrisiko für ein peptisches Geschwür bei infizierten Personen auf etwa 15 bis 20 Prozent. Das Risiko für Magenkrebs liegt bei Infizierten deutlich niedriger, ist gegenüber nicht infizierten Personen aber erhöht. Die große Mehrheit der Menschen mit H. pylori entwickelt keinen Magenkrebs.
Neben H. pylori können auch andere Faktoren die Magenschleimhaut schädigen. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika, hochprozentiger oder übermäßiger Alkoholkonsum sowie autoimmune Prozesse.
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Welche Symptome können auftreten?
Eine H.-pylori-Infektion und eine Gastritis können ohne erkennbare Beschwerden verlaufen. Treten Symptome auf, sind sie häufig unspezifisch:
Schmerzen, Druck oder Brennen im Oberbauch
Völlegefühl
frühes Sättigungsgefühl
Übelkeit
Appetitlosigkeit
vermehrtes Aufstoßen
gelegentlich Erbrechen
Diese Beschwerden beweisen keine H.-pylori-Infektion. Ähnliche Symptome können auch bei funktioneller Dyspepsie, Reflux, Geschwüren, Unverträglichkeiten oder anderen Erkrankungen auftreten.
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Wann ist eine rasche ärztliche Abklärung notwendig?
estimmte Warnzeichen sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden:
Blut im Erbrochenen
schwarzer oder teerartiger Stuhl
unbeabsichtigter Gewichtsverlust
anhaltendes Erbrechen
zunehmende oder starke Oberbauchschmerzen
Schluckbeschwerden
ausgeprägte Müdigkeit, Blässe oder Hinweise auf eine Blutarmut
neu auftretende und länger anhaltende Beschwerden, insbesondere in höherem Lebensalter
Auch regelmäßig wiederkehrende Magenbeschwerden sollten nicht dauerhaft ausschließlich durch Selbstmedikation behandelt werden.
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Wie wird Helicobacter pylori diagnostiziert?
Für den Nachweis stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
13C-Harnstoff-Atemtest
Beim Atemtest nimmt der Patient speziell markierten Harnstoff ein. Ist H. pylori vorhanden, wird dieser durch die bakterielle Urease gespalten. Die entstehenden Bestandteile können anschließend in der Atemluft gemessen werden.
Stuhlantigentest
Mit einem Stuhltest lassen sich Bestandteile von H. pylori nachweisen. Der Test eignet sich sowohl für die Erstdiagnostik als auch für die Kontrolle nach einer Behandlung.
Gastroskopie mit Gewebeprobe
Bei einer Magenspiegelung können Veränderungen der Schleimhaut direkt beurteilt und Gewebeproben entnommen werden. Diese lassen sich histologisch, enzymatisch oder mikrobiologisch untersuchen.
Bestimmte Medikamente, insbesondere Protonenpumpenhemmer und Antibiotika, können Testergebnisse verfälschen. Ob und wie lange Medikamente vor einem Test pausiert werden müssen, muss mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
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Wie wird eine nachgewiesene Infektion behandelt?
Eine nachgewiesene H.-pylori-Infektion wird üblicherweise durch eine ärztlich verordnete Kombination aus säurehemmenden Medikamenten und mehreren antimikrobiell wirksamen Arzneimitteln behandelt. Die genaue Auswahl richtet sich unter anderem nach regionalen Resistenzmustern, vorausgegangenen Antibiotikatherapien und individuellen Faktoren.
Nach Abschluss der Behandlung sollte kontrolliert werden, ob H. pylori tatsächlich nicht mehr nachweisbar ist. Aktuelle Leitlinien empfehlen eine Erfolgskontrolle frühestens vier Wochen nach Ende der Antibiotikatherapie. Säureblockierende Protonenpumpenhemmer müssen für einen zuverlässigen Atem- oder Stuhltest in der Regel mindestens zwei Wochen zuvor pausiert werden – immer nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.
Nahrungsergänzungsmittel können eine notwendige Eradikationstherapie nicht ersetzen.
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Welche Ernährung ist bei Gastritis sinnvoll?
Eine spezielle Ernährung, die Helicobacter pylori beseitigt oder eine Gastritis heilt, gibt es nicht. Nach Angaben des US-amerikanischen National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases spielt Ernährung bei der Entstehung der meisten Gastritisformen keine zentrale Rolle.
Dennoch kann die Auswahl und Zubereitung der Speisen beeinflussen, wie stark Beschwerden wahrgenommen werden. Entscheidend ist die individuelle Verträglichkeit.
Häufig als angenehm empfunden werden:
kleinere, regelmäßig verteilte Mahlzeiten
langsames Essen und gründliches Kauen
mild zubereitete Speisen
gekochtes oder gedünstetes Gemüse
Haferflocken, Reis, Kartoffeln und andere gut verträgliche Stärkequellen
ausreichend Flüssigkeit
Lebensmittel in einer individuell angenehmen Temperatur
Vorsicht kann sinnvoll sein bei:
größeren Mengen Alkohol
sehr fettreichen oder stark frittierten Speisen
sehr scharfen Gewürzen
extrem heißen Speisen und Getränken
großen Mahlzeiten spät am Abend
Kaffee, wenn er die persönlichen Beschwerden verstärkt
Nikotin
Pauschale Verbotslisten sind wenig hilfreich. Ein einfaches Ernährungs- und Beschwerdetagebuch kann zeigen, welche Speisen individuell gut oder weniger gut vertragen werden.
Auch Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen können die Magenschleimhaut belasten. Verordnete Medikamente dürfen jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden.
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Gastritis, Eisen und Vitamin B12
Chronische Entzündungen und Veränderungen der Magenschleimhaut können die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen beeinflussen.
Eisen
Eine H.-pylori-Gastritis kann die Aufnahme und Verfügbarkeit von Eisen beeinträchtigen. Bei ungeklärtem Eisenmangel oder einer wiederkehrenden Eisenmangelanämie kann deshalb eine ärztliche Abklärung auf H. pylori sinnvoll sein.
Vitamin B12
Vor allem eine autoimmune oder fortgeschrittene atrophische Gastritis kann die Aufnahme von Vitamin B12 stören. Ursache kann eine verminderte Bildung von Magensäure und Intrinsic Factor sein, der für die Aufnahme von Vitamin B12 benötigt wird.
Mögliche Hinweise auf einen Mangel sind Müdigkeit, Leistungsschwäche, Konzentrationsprobleme, Blässe oder neurologische Beschwerden. Diese Symptome sind allerdings nicht spezifisch. Ob tatsächlich ein Mangel besteht, lässt sich nur durch eine geeignete Labordiagnostik beurteilen.
Eine gezielte Ergänzung von Eisen oder Vitamin B12 sollte sich am individuellen Bedarf und an den Laborwerten orientieren.
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Vitamin A und die Magenschleimhaut
Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei. Gute Nahrungsquellen sind unter anderem Leber, Eigelb und bestimmte Milchprodukte. Pflanzliche Lebensmittel wie Karotten, Süßkartoffeln, Kürbis und grünes Blattgemüse liefern Carotinoide, aus denen der Körper teilweise Vitamin A bilden kann.
Aus dieser physiologischen Funktion lässt sich jedoch nicht ableiten, dass hoch dosiertes Vitamin A eine Gastritis behandeln oder eine H.-pylori-Infektion beseitigen kann. Eine unkontrollierte hoch dosierte Vitamin-A-Zufuhr ist nicht empfehlenswert und kann insbesondere in der Schwangerschaft problematisch sein.
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Forschung zu Limosilactobacillus reuteri DSM17648
Neben den etablierten medizinischen Behandlungsmöglichkeiten untersucht die Forschung auch ausgewählte Bakterienstämme und inaktivierte Bakterienzubereitungen.
Dazu zählt der inaktivierte Stamm Limosilactobacillus reuteri DSM17648, der in älteren Publikationen noch als Lactobacillus reuteri DSM17648 oder DSMZ 17648 bezeichnet wird. Zubereitungen dieses Stammes sind außerdem unter dem Rohstoffnamen Pylopass™ bekannt.
In einer kleinen, einfach verblindeten und placebokontrollierten Pilotstudie aus dem Jahr 2013 wurde der Stamm bei 22 asymptomatischen, H.-pylori-positiven Erwachsenen untersucht. Dabei wurde als Messgröße der 13C-Harnstoff-Atemtest verwendet. Weitere klinische Untersuchungen beschäftigten sich mit DSM17648 allein oder begleitend zu einer medizinischen Eradikationstherapie.
Diese Forschungsarbeiten sind von der medizinischen Standardtherapie klar zu unterscheiden:
Ein veränderter Atemtestwert ist nicht automatisch mit einer vollständigen Eradikation gleichzusetzen.
Ergebnisse einzelner Studien lassen sich nicht uneingeschränkt auf alle Patienten übertragen.
Der Stamm ersetzt keine ärztliche Diagnose oder notwendige Arzneimitteltherapie.
Aus der wissenschaftlichen Untersuchung ergibt sich keine allgemeine Therapieempfehlung.
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Fazit
Helicobacter pylori ist weltweit verbreitet und eine der wichtigsten Ursachen chronischer Gastritis. Die Infektion bleibt häufig symptomlos, kann langfristig aber relevante Folgen haben. Wiederkehrende oder anhaltende Oberbauchbeschwerden sollten deshalb medizinisch abgeklärt werden.
Ernährung kann dabei helfen, individuelle Beschwerden zu reduzieren und eine ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen sicherzustellen. Sie kann eine nachgewiesene H.-pylori-Infektion jedoch nicht beseitigen. Besondere Aufmerksamkeit verdienen bei chronischer oder atrophischer Gastritis unter anderem Eisen und Vitamin B12.
Auch bestimmte inaktivierte Bakterienstämme wie Limosilactobacillus reuteri DSM17648 werden wissenschaftlich untersucht. Solche Forschungsansätze sind interessant, müssen aber klar von einer zugelassenen Therapie und von einer ärztlichen Behandlungsempfehlung getrennt werden.
Medizinischer Hinweis
Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden, einem positiven H.-pylori-Test oder Warnzeichen ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.
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